22.03.2018 14:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Dänemark
Dänemark plant 70 km Schweinezaun
Die afrikanische Schweinepest sorgt nun auch in Dänemark für Verunsicherung. Um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern, prüft Dänemark den Bau eines 70 Kilometer langen Zauns entlang der deutsch-dänischen Grenze.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, soll der Zaun rund eineinhalb Meter hoch werden. Kreuzt der Zaun einen Weg, werden Tore installiert. Der Grenzverkehr auf der Strasse soll nicht beeinträchtigt werden.

Export in Gefahr

Die Schweinehaltung hat in Dänemark eine grosse Bedeutung. Gemäss einer Mitteilung des dänischen Umwelt- und Lebensmittelministeriums von Donnerstag hätte eine Übertragung der Krankheit auf die Bestände grosse wirtschaftliche Folgen. «Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen oder in der Schweineproduktion in Dänemark würden alle Ausfuhren in nicht EU-Länder für einen bestimmten Zeitraum gestoppt», so das Ministerium.

Dänemark exportiert jedes Jahr für 11 Milliarden dänische Kronen (1,72 Milliarden Franken) in nicht EU-Länder. Der Export in EU-Länder wäre nicht betroffen, mit Ausnahme von Exporten aus direkt betroffenen Regionen. Die konservativ-liberale Regierungskoalition erhält bei ihrem Vorhaben Unterstützung von der Dänischen Volkspartei.

Immer mehr Fälle in Osteuropa

Die Schweinepest kursiert derzeit in Osteuropa, Deutschland blieb bislang verschont. Tschechien hat bereits im vergangenen Jahr einen kilometerlangen Elektrozaun entlang eines Ansteckungsgebiets errichtet. Dennoch waren im Gebiet um Zlin im Januar zehn infizierte Wildschweine ausserhalb des 58 Quadratkilometer grossen eingezäunten ASP-Kerngebietes gefunden worden.  Auch Polen plant einen Zaun entlang der Grenze zu Weissrussland und der Ukraine. Die Kosten werden auf über 40 Millionen Franken geschätzt.

Im Jahr 2017 wurden in Polen, Tschechien, Rumänien, der Ukraine und den drei baltischen Staaten insgesamt 4140 Fälle gemeldet, im Januar 2018 allein 759 Fälle. 2014 wurden in diesen sieben Staaten insgesamt nur 304 Fälle gemeldet.

Kein Impfstoff

Ein Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest wird auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen. Daher können ausschliesslich hygienische Massnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zur Vorbeugung und Bekämpfung eingesetzt werden. Zur Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest in Deutschland forderte der deutsche Bauernverband im Januar 2018 den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in Land gefordert.

Die Fachleute sehen als grösste Gefahr für die Einschleppung der Seuche immer noch den Menschen und nicht die Übertragung von Tier zu Tier. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit bei der Tier-zu-Tier-Übertragung betrage 15 bis maximal 30 Kilometer pro Jahr, so die Experten.

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