29.05.2018 08:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Dänische Ferkeltransporte in Kritik
In Dänemark wächst die Kritik an langen Transporten von Ferkeln. Wie das Fachmagazin Landbrugs Avisen unter Hinweis auf Daten der Nationalen Lebensmittelaufsicht berichtet, hat sich die Zahl der Langstreckentransporte von jungen Schweinen in der vergangenen Dekade nahezu verfünffacht und umfasste im Jahr 2017 rund 9,4 Millionen Tiere.

Dabei handelte es sich in der Regel um Fahrten von Dänemark nach Deutschland, Polen oder Italien, die oft länger als acht Stunden andauerten. Diese Praxis wird auch in Dänemark von Tierschutzorganisationen angeprangert. Diese befürchten, dass die langen Transportzeiten die Jungtiere konditionell überfordern.

Diese Sorge wird von der Leiterin des Instituts der Tierwissenschaften der Universität Aarhus, Mette Herskin, geteilt. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es kaum wissenschaftlich gesicherte Fakten zu den Auswirkungen langer Tiertransporte auf Ferkel gebe. Der Grossteil der entsprechenden Studien befasse sich mit älteren Tieren, die wenigstens das Dreifache eines Jungtiers wögen. 

Das zum Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) gehörende Agrarforschungszentrum (Seges) warnt allerdings vor einer Überdramatisierung des Problems. Für Seges-Fachbereichsleiter Christian Fink ist das steigende Transportvolumen in erster Linie ein Zeichen für den Vermarktungserfolg der dänischen Ferkelerzeuger. Nach seiner Darstellung haben sowohl die Produzenten als auch die Käufer im Ausland ein grosses Interesse an gesunden und vitalen Ferkeln. Gäbe es tatsächlich regelmässge Probleme beim Transport, würde sich dies in Form entsprechender Reklamationen bemerkbar machen, so Fink.

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