6.09.2013 10:55
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Dänische Schweinebranche arg in der Krise
Angesichts weiter rückläufiger Schlachtzahlen bei Schweinen haben der dänische Fleischkonzern Danish Crown (DC) und andere Branchenvertreter die eigene Regierung aufgefordert, geeignete Massnahmen gegen hohe Lebendexporte und nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Branche zu ergreifen.

Andernfalls drohen sie mit weiter steigenden Ausfuhren und dem Abbau von Arbeitsplätzen. Wie der DC-Direktor für Schweinefleisch, Jesper Friis, vergangene Woche erklärte, gerät der dänische Schweinemarkt zunehmend in eine Schieflage. Ursache sei vor allem der große Unterschied zwischen den deutschen und dem einheimischen Erlösen für Fleisch und insbesondere für lebende Jungtiere.

Deutsche bezahlen mehr

Dies befördere den Export von immer mehr Ferkeln in die Bundesrepublik, während den dänischen Schlachtern die ausgemästeten Tiere fehlten. Werde hier nicht entschieden reagiert, drohten bei DC in den kommenden Jahren Werksschliessungen und Entlassungen von bis zu 1'000 Mitarbeitern, warnte Friis.

Auch nach Einschätzung des Präsidenten der dänischen Schweineproduzenten, Henrik Mortensen, liegt das Hauptproblem im grossen
Preisunterschied zwischen deutschen und inländischen Absatzwegen. Dänische Mäster erzielten beim Verkauf ihrer Tiere im Inland bis zu 1,50 dkr (0,24 Fr.) pro Kilogramm weniger als in Deutschland. Pro Betrieb summierten sich die jährlichen Ausfälle so auf bis zu 700'000 dkr (112'000 Fr.). Für Mortensen ist es daher nur folgerichtig, dass die Ferkelexporte nach Deutschland seit Jahresanfang mit 4,8 Millionen Tieren wieder um 200 000 Tiere höher ausfielen als zwischen Januar und August 2012.

Bauern in prekärer Lage

Die prekäre finanzielle Lage vieler Schweinemäster hat nach Angaben des Vorsitzenden vom dänischen Schweineforschungszentrum, Lindhart Nielsen, ausserdem die Folge, dass viele Bauern inzwischen keine Bau- und Liquiditätskredite von ihren Banken mehr bekommen.

Nielsen sieht nun vor allem den dänischen Minister für Industrie und Wachstum, Henrik Sass Larsen, in der Pflicht, im Interesse der Landwirte für ökonomische Erleichterungen zu sorgen.

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