3.01.2015 06:59
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Schweinemarkt
Das Regenwetter brachte den Schweinemarkt zum Kippen
Ein Thema dominierte den Fleischmarkt 2014: Die Krise bei den Schweinen. Zu reden gaben wiederum die hohen Kuhimporte.

Dieses Jahr gibt es vom Schlachtviehmarkt weniger Erfreuliches zu berichten als im Vorjahr. Muni-, Kälber- und Schweinemäster müssen alle tiefere Durchschnittspreise in Kauf nehmen. Besonders hart traf es die Schweineproduzenten, die in der ersten Jahreshälfte auf erfreulichem Kurs lagen, bis ihnen der Regensommer einen Strich durch die Rechnung machte.

—26 Rp. für Schweine

Die Lager waren im Sommer inklusive 3100 t Importschweinefleisch in Hälften für das Grillgeschäft gut gefüllt. Das schlechte Wetter bremste aber den Konsum so stark, dass dies den Schweinemarkt Ende Juni zum Kippen brachte. Der Schweinepreis sank von 4.70 Fr./kg Schlachtgewicht (SG)  auf 3.20 Fr./kg im Oktober. Im Schnitt galten Schweine  franko Schlachthof gemäss dem Schweizer Bauernverband (SBV) 4.23 Fr./kg (—26 Rp. gegenüber 2013). Die Produktion lag bis Woche 49 um 2,4% höher als im Vorjahr, und durch die hohen Gewichte kamen zusätzliche Mehrmengen auf den Markt.

Der Stau in den Schweineställen wirkte sich auch auf den Jagermarkt aus. Der Jagerpreis sank von 8.30 Fr./kg im Februar  bis auf 4.20 Fr./kg im September.

Überangebote

Der Bankviehmarkt verlief ebenfalls nicht besonders erfreulich. Im Frühling gab es Preisdruck durch Überproduktion und Überhänge im Labelbereich. Ein zusätzliches Problem waren die Kuhfleischimporte, die immer auch Nierstücke mit sich bringen. QM-Muni  T3 galten  im Jahresschnitt 8.40 Fr./kg SG, das sind 12 Rp. weniger als 2013.  Auch der nach wie vor stark wachsende Einkaufstourismus verhindere höhere Munipreise, schreibt der SBV in seinem Jahresrückblick.

Die Kälbermäster hatten kein einfaches Jahr. Wegen der Diskussionen zur Kalbfleischfarbe und des Schlachtalters harzte der Absatz. Durch die Überangebote wurden die Einlagerungsaktionen bereits früh ausgeschöpft. Noch vor Ostern drückten dann die Überangebote massiv auf den Kälberpreis. Im Mai wurden für ein T3-Kalb nur noch 11.70 Fr./kg SG bezahlt. Ab 1. Juli gab es keine öffentlichen Kälbermärkte mehr. Damit entfiel die Absatzgarantie für Bankkälber. Trotz einer guten Marktsituation im Sommer blieben die Preise tief. Der Jahresdurchschnittspreis lag mit 13.56 Fr./kg SG  24 Rp.  tiefer als im Vorjahr.

Schlachtkühe gesucht

Der Milchviehbestand ging weiter zurück. Die Schlachtungen nahmen bis Ende November um 3,4% ab. Verarbeitungsvieh war das ganze Jahr über gesucht. Zur Deckung der Nachfrage wurden gemäss SBV 14250 t Kuhhälften zum Import freigegeben (800 t weniger als 2013).  Im Schnitt wurden für T3-Kühe von Januar bis September 7.38 Fr./kg SG gelöst, —60 Rp. mehr als 2013.
Der Nutzviehmarkt kam im Frühsommer aufgrund der gestiegenen Milch- und Schlachtviehpreise in Schwung. Im Juli galt eine Milchkuh an den Auktionen im Schnitt 3260 Fr. Dieser Preis sank  bis zum Winteranfang auf rund 3000 Fr.

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