6.07.2016 16:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Fleischmarkt
Dicke Schweine könnten Probleme machen
2015 war für die Schweizer Schweinefleischproduzenten ein schlechtes Jahr - trotz dem heissen Grillsommer. Ein höherer Produzentenpreis könnte helfen. Gemäss Suisseporcs ist die inländische Produktion immer noch zu hoch.

Die Zahl der Schweine liegt derzeit um etwa 3 Prozent unter der Vorjahreszahl. Die Tiere sind aber bereits jetzt dicker. Gemäss dem Marktbericht Fleisch des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) wogen die Schlachtschweine im Mai durchschnittlich rund ein Kilogramm mehr als ihre Artgenossen im Mai 2015. Ein zusätzliches Kilogramm Gewicht pro Tier entspricht etwa der zusätzlichen Menge von 520 Schlachtschweinen pro Woche, wie der Westschweizer Landwirtschaftsinformationsdienst AGIR berichtet.

Mindestgewicht wurde erhöht

«Unser Spielraum in Bezug auf das Gewicht der Schweine ist aber nicht sehr gross», sagte Adrian Schütz, stellvertretender Geschäftsführer des Schweizerischen Schweinezucht- und Schweineproduzentenverbandes Suisseporcs, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Schlachthöfe haben Anfang Jahr entschieden, das Mindestgewicht der Tiere von 74 auf 78 Kilogramm zu erhöhen.

Am Ende bestimmten die Kunden die Bedingungen, sagte Schütz, der einen Mangel an Kommunikation in der Branche beklagt. Die grossen Schlachthäuser würden das Gewicht diktieren, ohne die Schweineproduzenten einzubeziehen. Diese hätten dann oft keine Zeit mehr, um sich für das folgende Jahr darauf einzustellen.

Zu hohe Produktion

Anfang 2016 hatten die Schweinefleischproduzenten entschieden, die Produktionsmenge zu senken, um den tiefen Preisen entgegenzuwirken. 2015 deckte die inländische Produktion 97 Prozent des Schweinefleischkonsums in der Schweiz, aktuell sind es 95 Prozent. Für Schütz ist auch das noch zu viel. Ideal wären 90 bis 94 Prozent, sagte er.

Damit die Schweinemast wieder zu einer gesunden Branche wird, müssten der Produzentenpreis laut Schütz im Durchschnitt bei über 4.20 Franken pro Kilo liegen. 2015 erreichten sie jedoch nur 3.45 Franken pro Kilo, Ende Juni dieses Jahres lag der Produzentenpreis bei 3.80 Franken.

Beunruhigt sind die Schweineproduzenten auch wegen anderer Faktoren: den hohen Medikamenten- und Getreidepreisen etwa oder der administrativen Belastung. Hoffen können die Landwirte aber noch auf einen heissen Sommer 2016, der die Nachfrage nach Grilladen antreiben könnte. Doch Schütz zeigt sich zurückhaltend: Das Wetter könne man schliesslich nicht beeinflussen.

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