13.04.2015 14:23
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans-Peter Widmer
Prosus
Ein Präsident ohne Schweine
Das Schweinevermarktungsunternehmen Prosus wählte den 35-jährigen Akademiker Alexander Fust zum neuen Präsidenten und zeichnete erstmals einen verdienten Genossenschafter als «Prosianer» aus.

Nach 14 Jahren trat Martin Egli, Amriswil TG, wegen einer beruflichen Neuausrichtung als Prosus-Präsident zurück. Er trug viel zum Aufschwung der Genossenschaft mit ihren 800 Mitgliedern und Lieferanten bei. Zu den Erfolgen zählten der Ausbau der patentierten Zucht- und Markenprogramme «Prosia» und «Prosus», die Auslagerung der Tiertransporte in die Firma Animaltruck und  die verstärkte EDV-Anwendung. Die Verdienste wurden mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt.

Branchenfremd

Weil kein Vorstandsmitglied den Demissionär ablösen wollte, suchte man ausserhalb der Branche einen Nachfolger – und fand ihn in Alexander Fust, Winterthur ZH, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule St.Gallen. Die Reaktion der Generalversammlung auf die einstimmige Wahl fiel zunächst etwas verhalten aus. Fust versprach, einen «Blick von aussen» sowie Betriebswirtschafts- und Marketing-Erfahrungen aus andern Branchen einzubringen.

Auch für ein weiteres demissionierendes Vorstandsmitglied, Markus Suter, liess sich vorerst kein Ersatz  finden. Der Sitz blieb vakant. Die Genossenschafter nahmen hingegen gern zur Kenntnis, dass das Unternehmen auch das 45. Geschäftsjahr erfolgreich abschloss. Es steigerte  den Bruttoertrag  auf 5,09 Mio. Fr., erzielte einen Betriebsgewinn von 73400 Fr. und vergrösserte das Eigenkapital auf 5,78 Mio. Fr.

Ein Prosianer

Die Schweineproduktion wuchs 2014 um 2,8 Prozent. In der wettermässig miserablen Grillsaison 2014 brachen die Preise ein und verharrten bis  Februar 2015 in der Talsohle. Geschäftsführer Josef Schurtenberger wagte kaum Prognosen für das laufende Jahr. Die Markt- und Preisentwicklung sei durchzogen, viel hänge von der Inlandproduktion ab, die wohl oder übel gesenkt werden müsse. Die Schweinebranche sollte Marketingmassnahmen vermehrt selber in die Hand nehmen, betonte Schurtenberger.

Von ihren Werbebeiträgen für die Fleischwirtschaft profitierten eigene Produkte zu wenig. Der Detailhandel zeige an Imagekampagnen für Schweinefleisch wenig Interesse, sondern begnüge sich mit Preisabschlag-Aktionen, die  auf die Produzentenpreise drückten.

Erstmals vergab die Genossenschaft für verdiente Mitglieder die Auszeichnung «Prosianer» mit einem Wanderpreis. Zum ersten Gewinner wurde Konrad Frehner, Richterswil ZH, erkoren – seit 45 Jahren bei Prosus dabei und somit ein Mann der ersten Stunde.

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