19.03.2017 16:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU-Schweinemarkt
EU-Ferkelpreise weiter im Aufwind
Ferkel in der Europäischen Union sind in diesem Jahr so knapp und teuer wie selten zuvor. Nach Angaben der EU-Kommission kosteten die Tiere Mitte März im Durchschnitt der meldenden Mitgliedstaaten 54,76 Euro; das waren rund 11 % mehr als zu Jahresbeginn.

 Noch offensichtlicher wird die Preisrally jedoch im Vorjahresvergleich. Im Moment müssen die Mäster beim Einkauf gut 15 Euro oder 38 % tiefer in die Tasche greifen als vor zwölf Monaten. Höher als jetzt waren die Ferkelpreise laut Kommission zuletzt vor 16 Jahren im Frühjahr 2001. Ein direkter Vergleich der absoluten Ferkelpreise zwischen den Mitgliedstaaten ist aufgrund der unterschiedlichen Qualitäten, Gewichte und Zuschläge kaum möglich. In Deutschland lag der Durchschnittspreis den Zahlen aus Brüssel zufolge zuletzt bei 62,50 Euro je Ferkel; das ist gut ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Am Markt berichten Händler hierzulande aufgrund des knapp verfügbaren Angebots von Lieferengpässen und Wartezeiten; in Italien sollen bereits Spitzenpreise von 110 Euro für Ferkel mit 30 kg erlöst worden sein.

Ein Teil des jüngsten Preisanstiegs ist saisonal bedingt, da die Mäster im ersten Quartal gerne Ferkel einstallen, die dann als Schlachtschweine in der Grillsaison normalerweise gut am Markt gefragt sind. Ein weiterer Grund für die teureren Ferkel ist der Anstieg der Schlachtschweinepreise, denn auch dort fällt das Angebot gegenwärtig in fast allen EU-Ländern kleiner aus als im Vorjahr. Der mittlere Schlachtschweinepreis in der Gemeinschaft ist - auch dank der flotten Drittlandsexporte - im Vorjahresvergleich in der Handelsklasse E um 23 % auf 1,544 Euro/kg Schlachtgewicht gestiegen, und es gibt laut Experten noch weiteres Potential nach oben.

Die Mäster möchten deshalb einstallen, doch die Ferkel sind knapp. Das liegt vor allem daran, dass die Sauenhalter ihre Bestände im vergangenen Jahr merklich abgebaut haben. Im November beziehungsweise Dezember 2016 gab es laut Viehzählung in der EU gut 200 000 Zuchtsauen oder 1,7 % weniger als ein Jahr zuvor; im gleichen Maß hat die Zahl der trächtigen Muttertiere abgenommen. Überdurchschnittlich stark gingen dabei die Sauenbestände bei den Ferkelimporteuren zurück und zwar in Deutschland um 3,4 % und in Italien um 4,2 %. In den Niederlanden und Spanien wurden 2,9 % beziehungsweise 2,1 % weniger weibliche Zuchttiere gehalten.

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