22.01.2013 10:09
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU-Schlachtschweinepreis legte 2012 um 11,4 Prozent zu
Die Schweinehalter in der Europäischen Union haben 2012 mehr Geld für ihre Tiere gelöst, mussten aber gleichzeitig auch mit höheren Produktionskosten zurechtkommen.

Wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht, stieg der durchschnittliche Schlachtschweinepreis in der EU vergangenes Jahr gegenüber 2011 um 17,43 Euro/100 kg (20,9 CHF/kg) Schlachtgewicht (SG) oder 11,4 % auf 170,62 Euro/100 kg (204,75 CHF/kg) in der Handelsklasse E. Das war der höchste Stand seit der EU-Erweiterung im Jahr 1995.

In Osteuropa grössere Preiszunahmen

Einen überdurchschnittlichen Zuwachs bei der Schweinenotierung im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten besonders osteuropäische Staaten, wie Tschechien mit 13,5% und Polen mit 15,3%. In diesen Ländern ist der Schweinebestand schon seit längerem rückläufig und der Markt nur knapp versorgt. Aus diesem Grund lag dort auch das absolute Preisniveau meist über dem EU-Durchschnitt, der beispielsweise in Polenmit 174,62 Euro/100 kg (209,50 CHF/100 kg) um 2,3% und in Tschechien mit 177,38 Euro/100 kg (212,85 CHF/100 kg)um knapp 4% übertroffen wurde.

In Dänemark realisierten die Mäster bei rückläufigem Angebot ebenfalls einen überproportionalen Erlöszuwachs von 14,2 % auf 158,66 Euro/100 kg (190,40 CHF/100 kg) verbuchen. Tatsächlich dürften die dänischen Schweinemäster aufgrund der noch nicht berücksichtigten jährlichen Bonus- und Nachschlagszahlungen noch mehr gelöst haben.

In Deutschland wurden Schlachtschweine laut EU-Kommission mit 173,84 Euro/100 kg (208,60 CHF/100 kg) abgerechnet (+11,6% mehr als 2011). Mehr Geld bekamen mit 186,63 Euro/100 kg (223,95 CHF/100 kg) die Schweinemäster in Italien. Allerdings fiel der Zuwachs gegenüber 2011 mit 8,1% im EU-Vergleich nur unterdurchschnittlich aus. Auch in Spanien kletterte die Preise mit einem Plus von 8,8% auf 173,73 Euro/100 kg (208,50 CHF/100 kg) nicht so stark wie anderenorts - vermutlich weil im Unterschied zu anderen EU-Ländern die Schweineproduktion anstieg.

Bei Ferkeln stiegen die Preise noch stärker an

Noch stärker als bei den Mastschweinen erhöhten sich nach Angaben der EU-Kommission im vergangenen Jahr die Ferkelpreisen. Im Schnitt der meldenden Staaten wurde ein Ferkel für 47,28 Euro (56,7 CHF)verkauft. Das waren 9,24 Euro (11,08 CHF) oder 24,3% mehr als 2011. Teurer waren die Tiere laut EU-Statistik zuletzt im Jahr 1997 mit 49,66 Euro (59,60 CHF).

Aufgrund nicht einheitlicher Ferkelqualitäten und -gewichte war die Spanne bei den repräsentativen Preismeldungen der EU-Mitgliedsländer gross. Sie reichte im vergangenen Jahr von 31,95 (38,35 CHF) für ein Ferkel in Portugal bis zu 77,88 Euro (93,45 CHF) in Schweden. Ohne Ausnahme zogen in allen Staaten die Preise an.

Der stärkste Wertzuwachs war laut Kommission in Polen mit einem Plus von mehr als 50% auf 42,67 Euro/Stück (51,2 CHF) zu verzeichnen. Überdurchschnittlich zulegen konnten auch die Preise in Schweden mit 36,3 % und in Spanien, wo das Ferkel mit 42,82 Euro (51,4 CHF) rund 32 % mehr kostete als im Vorjahr. Für Deutschland wurde ein mittleres Preisniveau von 56,35 Euro (67,2 CHF)festgestellt; das waren fast 11 Euro oder 24,3% mehr als 2011.

Im Nachbarland Niederlande soll nach Kommissionsangaben das durchschnittliche Preisniveau bei 38,78 Euro (46,5 CHF) gelegen haben und damit 31,1% über dem Vorjahresniveau. Die grosse Differenz zu Deutschland zeigt jedoch, dass die absoluten Preise aufgrund unterschiedlicher Qualitäten, Gewichte und Zuschläge nur eingeschränkt miteinander vergleichbar sind.

Umrechnungskurs: 1 Euro = 1,20 CHF

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