25.02.2013 07:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
EU
EU-Schweinebestände rückläufig
In den meisten Ländern der Europäischen Union sind die Schweinebestände im vergangenen Jahr abgestockt worden. Insbesondere die Sauenhaltung wurde merklich eingeschränkt.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) belief sich die Schweinepopulation im November beziehungsweise Dezember 2012 in den 19 Mitgliedstaaten der EU, für die bereits Vieherhebungsdaten vorliegen, auf knapp 121,6 MillionenTiere- Das waren fast 1,9 Millionen Stück (-1,5%) weniger als bei der vergleichbaren Bestandserhebung 2011.

Slowenien und Schweden reduzierten stark

Ohne die Änderung der Erfassungsmethodik in Deutschland, die nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes auch wegen einer Erweiterung des Meldekreises für einen Zuwachs der Tierzahl um 3,4% sorgte, wäre der Bestandsrückgang in Europa mit einem Minus von 2,9% noch grösser ausgefallen.

Die mit Abstand stärkste Abnahmerate eines grösseren Produzentenlandes wurde von Eurostat für Polen ausgewiesen. Dort hat sich die Zahl der Schweine binnen Jahresfrist um 1,9 Millionen Tiere (-15%) verringert, nachdem bereits im Vorjahr ein Rückgang von 1,7 Millionen (-12%) zu verzeichnen gewesen war. Genauso kräftig ging es mit dem Schweinebestand in Slowenien (-14,7%) nach unten, dasmit lediglich 296'000 Tieren aber zu den kleinsten Erzeugern in ganz Europa gehört. In Schweden reduzierten die Landwirte ihre Herden um 6,0% auf 1,47 Millionen Stück.

Nur Slowakei stockt Bestände deutlich auf

In einer ähnlichen Grössenordnung wie im EU-Durchschnitt verlief die Entwicklung in Frankreich und Spanien mit einem Minus von etwa 1,5%. Mehr oder weniger stabil blieb dagegen der Schweinebestand in Dänemark, Rumänien und in den Niederlanden. In Tschechien scheint sich nach Jahren des Niedergangs die Schweineproduktion wieder leicht zu erholen. Der Gesamtbestand legte gegenüber dem Vorjahr um 3,2 % auf 1,53 Millionen Tiere zu.  Mehr Schweine in den Ställen meldeten im Dezember 2012 mit einem Zuwachs von 2,3 % beziehungsweise 3,0 % im Vorjahresvergleich auch Litauen und Estland.

Laut Eurostat erfolgte der deutlichste Bestandsaufbau in der Slowakei, wo mit insgesamt 631'000 Tieren fast 9% mehr Schweine als im Dezember 2011 gehalten wurden. Die Slowakei war unter den 19 Ländern, für die bisher Ergebnisse vorliegen, auch der einzige Staat, in dem mit einem Zuwachs von 7,5 % der Sauenbestand aufgebaut wurde.

Polen verliert viele Sauen

In der Summe der bisher erfassten 19 Staaten, die rund 83% des EU-Gesamtbestandes auf sich vereinigen, war nach den Ergebnissen von Eurostat ein deutlicher Rückgang der Sauenpopulation zu verzeichnen. Die Zahl der weiblichen Muttertiere verringerte sich im Dezember 2012 gegenüber der Vorjahreszählung um 475'000 Tiere (-4,4%) auf 10,36 Millionen Sauen. Erneut stach dabei Polen mit einem Rückgang von 10% auf nur noch gut 1Million Tiere negativ hervor. Übertroffen wurde diese Rate nur von der Entwicklung in Slowenien, wo die Sauenherde binnen Jahresfrist um ein Fünftel schrumpfte.

Überdurchschnittlich stark wurde die Haltung auch in Schweden mit einem Minus von 7,2 % eingeschränkt. In Spanien, wo es europaweit die meisten Sauen gibt, stockten die Produzenten im vergangenen Jahr um rund 150'000 Tiere (6,4%) auf ein Niveau von 2,25 Millionen ab. Spanische Marktanalysten führten den starken Rückgang vor allem auf die hohen Futtermittelpreise zurück.

Die deutschen Ferkelproduzenten hielten den endgültigen Ergebnissen der Viehzählung zufolge im November 2012 rund 2,12 Millionen Sauen. Das waren trotz Erweiterung des Meldekreises 76 000 Tiere (-3,5%) weniger als vor einem Jahr. In Österreich und Ungarn nahm die Population mit einem Rückgang von jeweils gut 4% ebenfalls ab. Mit einem halbwegs stabilen Bestand von 1,23 Millionen Zuchttieren konnten dagegen die dänischen Produzenten das neue Jahr 2013 beginnen.

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