20.01.2015 10:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU: Schweinehalter erleiden Erlöseinbussen
Die Schweinehalter in der Europäischen Union haben im vergangenen Jahr spürbare Erlöseinbussen hinnehmen müssen. Wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht, wurden für Schlachtschweine in der Handelsklasse E je 100 kg Schlachtgewicht durchschnittlich 156,60 Euro gezahlt. Das waren fast 19 Euro oder 11% weniger als 2013.

Gemessen am Zehnjahresmittel von 2004 bis 2014, das bei 151,09 Euro lag, fiel das Ergebnis trotz des starken Rückgangs noch leicht überdurchschnittlich aus. Der gegenwärtige Preis am EU-Schlachtschweinemarkt liegt allerdings nur bei 133 Euro/100 kg. Der Prognoseausschuss der EU-Kommission hatte im Herbst für das erste Halbjahr 2015 bei moderat steigender Produktion einen weiteren Preisabschlag um 12% auf 142 Euro im Vergleich zum Durchschnitt des Vorjahreszeitraums erwartet.

In Rumänien sind Preise massiv getaucht

Etwas besser als im EU-Mittel bekamen 2014 die deutschen Produzenten ihre Tiere vergütet. Sie erlösten im Schnitt 158,69 Euro/100 kg. Im Vergleich zum Vorjahrwardas ein Minus von 8,8% weniger als im Vorjahr. In Unterschied zu anderen EU-Ländern müssen die deutschen Mäster von diesem Betrag allerdings noch die Transport- und Versicherungskosten bezahlen.

Stärker als im EU-Durchschnitt ging es im vergangenen Jahr mit einem Minus von 13,2% mit dem Schlachtschweinepreis in Rumänien bergab. In den Niederlanden, Spanien und Lettland beliefen sich die Abschläge auf 12% und mehr. Lediglich zwei Mitgliedsländer wiesen laut EU-Angaben im vergangenen Jahr einen leicht positiven Preistrend auf: Zypern mit einem Plus von 2,6% und währungsbedingt Grossbritannien mit 0,9%.

Preisabschläge auch für Ferkel

Die Ferkelpreise in der EU sind 2014 aufgrund der guten ersten Jahreshälfte nicht so stark gefallen wie die Erlöse für Schlachtschweine. In den 19 Mitgliedsstaaten, für die Daten vorliegen, wurden die Tiere im Schnitt für 45,58 Euro verkauft. Das waren 2,55 Euro oder 5,3% weniger als 2013. Das Zehnjahresmittel wurde damit um 3,65 Euro oder 8,7 % übertroffen. Anfang 2015 liessen sich allerdings nur noch rund 36 Euro für ein Ferkel erlösen. Das war gut ein Viertel weniger als im Januar 2014.

Den EU-Erhebungen zufolge mussten die niederländischen Ferkelproduzenten im vergangenen Jahr mit einem Minus von 18,2% auf knapp 32 Euro EU-weit die stärksten Einbussen hinnehmen, gefolgt von Schweden, Tschechien und Belgien mit Abschlägen zwischen 13,2% und 11,0%. In Deutschland liessen sich laut EU-Kommission im Schnitt 51,79 Euro je Ferkel erzielen (+4,7 Euro).

Zuwächse in Grossbritannien

Dänische Produzenten verkauften ihre Tiere im Vorjahresvergleich mit Abschlägen von 4,7% und erlösten dabei 43,17 Euro je Stück. Teurer wurden dagegen die Tiere in Grossbritannien gehandelt. Auch unter dem Einfluss von Wechselkursverschiebungen stieg der Ferkelpreis gegenüber 2013 um fast 10% auf 66,75 Euro. In Portugal und Italien stiegen im vergangenen Jahr am Ferkelmarkt ebenfalls die Notierungen, und zwar um 7,1%
beziehungsweise um 5,0%.

Der Vergleich der absoluten Ferkelpreise zwischen den Ländern ist nach Angabe von Marktanalysten nur sehr eingeschränkt möglich, da es unterschiedliche Qualitäten und Vermarktungsgewichte in den Mitgliedsstaaten gibt.

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