2.08.2015 09:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Schweinemarkt
EU-Schweinemarkt schlittert in die Krise
In der Europäischen Union werden die Sorgenfalten der Schweinehalter wegen der anhaltenden Niedrigpreisphase immer tiefer. Im ersten Halbjahr 2015 erlösten die Mäster für ihre Tiere der Handelsklasse E laut Daten der EU-Kommission im Schnitt 140,16 Euro/100 kg Schlachtgewicht (SG).

Das waren 20,80 Euro oder 12,9 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Mitte Juli lag der mittlere Erzeugerpreis mit 144,70 Euro/100 kg SG um mehr als 14 % unter dem Vorjahresniveau; der deutsche Leitpreis der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) notierte mit 1,40 Euro/kg SG auf dem niedrigsten Juliniveau seit 2003. Noch härter traf es die EU-Ferkelproduzenten, die im ersten Halbjahr 2015 ihre Tiere durchschnittlich für 41,11 Euro verkauften; das waren rund 10 Euro oder 20 % weniger als im Vorjahreszeitraum.

Mitte Juli erlösten die Ferkel in der Gemeinschaft im Mittel gerade noch 36 Euro. Marktanalysten zufolge ist eine kostendeckende Schweineproduktion mit solch niedrigen Erzeugerpreisen nicht möglich; in Frankreich kam es deswegen bereits zu zahlreichen Protesten der Schweinehalter. Entgegen der üblichen saisonalen Entwicklung blieb der sommerliche Preisanstieg bisher aus. Im Frühjahr gingen die Experten des Prognoseausschusses der EU-Kommission noch davon aus, dass die Schlachtschweinepreise im dritten Quartal 2015 auf 153,80 Euro/100 kg SG steigen und im vierten Quartal bei 145,20 Euro liegen werden.

Im Moment bremst allerdings laut Experten das große Angebot am Fleischmarkt, ergänzt um Auslagerungen aus der bezuschussten privaten Lagerhaltung, die Preiserholung. Die Fleisch- und Wurstfabriken haben urlaubsbedingt ihre Produktion zurückgefahren und die europäischen Konsumenten greifen nicht so beherzt zu, wie sich das die Anbieter wünschen würden. Auch die Zuwächse im Export sind zuletzt spürbar geringer geworden und allseits wird über fehlende Margen im Fleischverkauf geklagt.

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