13.05.2020 13:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Futter: Roggen senkt CO2-Ausstoss
Durch eine regionale, roggenbetonte Fütterung, die auch Anteile an Raps enthält, kann die jährliche CO2-Emission in der Schweinemast um mehr als 20% gesenkt werden.

Wie die KWS Lochow GmbH am vergangene Woche berichtete, ist dies das zentrale Ergebnis des Forschungsvorhabens „6-R-Konzept“, an dem das Pflanzenzuchtunternehmen als Projektpartner beteiligt war.

Hybridroggen verursacht weniger Emissionen

Laut KWS verursacht Hybridroggen im Vergleich zu Weizen weniger Treibhausgasemissionen, da er einen geringeren Bedarf an Dünger und Wasser hat und darüber hinaus über eine sehr gute Pflanzengesundheit verfügt. „Wenn alle Schweinemastbetriebe in Deutschland auf ein neues Fütterungskonzept mit Roggen umstellen - und das sind mehr als 18'000 Betriebe mit über 17 Millionen Tieren - könnten dadurch jährlich etwa 6,5 Mio t CO2 in der Landwirtschaft eingespart werden“, erklärte der Bereichsleiter Tierfütterung bei der KWS Lochow GmbH, Dr. Andreas von Felde.

Neben den Vorteilen von Hybridroggen käme die Einsparung im 6-R-Konzept auch zustande, weil das Tierfutter regional produziert werde und lange Transportwege entfielen. Heute werde häufig importierter Weizen beigemischt, ebenso wie eingeführte Sojaprodukte als Eiweisslieferant, so der Futterexperte. Das beeinflusse die CO2-Bilanz natürlich negativ.

"Enormes Einsparpotential"

Hybridroggen hingegen könne in ausreichenden Mengen regional angebaut werden und Raps als heimische Eiweisspflanze Soja ersetzen. Laut KWS wurde das 6-R-Konzept als einziges Schweinefütterungsprojekt im letzten Jahr für das Innovationsprogramm KlimAgrar des deutschen Agrarministeriums ausgewählt.

In diesem werden 33 Projekte für klimagerechtes Handeln in der Landwirtschaft in den Bereichen Boden, Pflanzenbau und Tierhaltung vernetzt. Im Rahmen des Forschungsprojektes KlimAgrar soll nun in gross angelegten Fütterungsversuchen mit mehr als 20'000 Tieren verifiziert werden, wie klimagerechtes Handeln über die Effizienz des Roggenanbaus und dessen Wirkung bei der Fütterung auf das Tierwohl gefördert werden kann.

„Das enorme Einsparpotential von CO2 durch geänderte Fütterungskonzepte zeigt, wie gross das Potential des ressourcenschonenden Anbaus von Hybridroggen an sich ist, sowohl in der Tierernährung als auch aus pflanzenbaulicher Sicht“, erklärte von Felde. Ergebnisse dieser neuen Forschungsarbeit werden im Juni dieses Jahres erwartet.

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