19.10.2016 22:21
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
St. Gallen
Holten will Säulirennen abschaffen
Die Kuhglockengegnerin Nancy Holten stört sich an den Säulirennen der Ostschweizer Publikumsmesse Olma. Die Aargauerin erachtet diese als eine Respektlosigkeit gegenüber den Tieren. Sie fordert die Messerveranstalter deshalb auf, die Rennen abzuschaffen.

Nancy Holten weiss genau, wie sie ihre Botschaften platzieren muss. Im vergangenen September besuchte sie eine Alpabfahrt in Schüpfheim LU. Dort forderte sie die Bauern auf, den Kühen keine Glocken mehr umzuhängen. Um zu demonstrieren, wie störend die Glocken für die Tiere seien, legte sie Besuchern Glocken um den Hals. Der Erfolg ihrer Aktion blieb weitgehend aus.

Kampf gegen Kuhglocken

Vor zwei Jahren löste Nancy Holten mit ihrer Aussage, dass Kuhglocken eine Tierquälerei seien, ein kleineres Erdbeben aus. «Kein Mensch läuft freiwillig mit einer Glocke um den Hals herum», sagte sie Ende 2014. «Und was man selber nicht will, darf man auch anderen Lebewesen nicht antun», liess sie damals verlauten. Die Reaktionen waren heftig. Die Holländerin wurde verbal hart angegangen.

Nun knöpft sich Holten die Säulirennen an der Olma in St. Gallen vor. Der Anlass ist ein Publikumsmagnet. Es ist für viele Besucher einer der Höhepunkte. Gegenüber dem TV-Sender TVO sagte die 42-Jährige bei einem Augenschein vor Ort: «Der Würde des Tiers zuliebe würde ich das Säulirennen gerne abschaffen.» Sie wünsche sich mehr Respekt gegenüber den Tieren.

«Säuli sind Sklaven»

Die Tiere würden umhergehetzt, damit die Menschen sich belustigen könnten. «Die Säuli sind doch keine Sklaven», hält sie gegenüber TVO fest. Mit dem Rennen werde lediglich eine heile Welt vorgespielt. Es sei ehrlicher, die Säuli als Nutztiere zu deklarieren, betont die im Kanton Aargau wohnhafte Holten. Tiere sollten den Menschen gleichgestellt werden, lautet ihre Forderung.

Keine Freude am Auftritt von Holten an der Olma hatte der Verantwortliche für die Tiermessen an der Olma, Christian Manser. «Die Schweine sind ganz friedlich und haben alles, was sie brauchen», betont er gegenüber TVO. Den Vorwurf, dass die Tiere gestresst seien, weist er entschieden zurück. Die Tiere seien friedlich und entspannt. «Eine gestresste Sau sieht ganz anders aus», so Manser.

Tierarzt widerlegt Vorwürfe


Unterstützung erhält Manser vom Kantonstierarzt beider Appenzell, Sascha Quaile. «Die Rennschweinchen werden auf ihre Aufgabe trainiert. Sie werden mit positiven Reizen wie Futter für ein Rennen motiviert und sind sich daher an die spezielle Situation gewöhnt», macht der Tierarzt gegenüber «Appenzeller Zeitung» deutlich.

Die Organisatoren würden sämtliche gesetzlichen Vorlagen einhalten. Aus seiner Sicht missachten Säulirennen die Würde des Tieres nicht. Auch würden die Tiere dadurch nicht übermässig instrumentalisiert, entgegnet Quaile den Vorwürfen von Holten.

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