19.07.2019 10:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Schweine
«In der Zucht geht das nicht»
Der Bund belohnt in einem Ressourceneffizienzprogramm noch bis 2021 die stickstoffreduzierte Phasenfütterung von Schweinen. Ab 2022 soll N-reduziertes Futter für alle Schweinehalter Pflicht werden.

Der Bund zahlt seit 2018 und noch bis 2021 Ressourceneffizienzbeiträge für eine Schweinefütterung mit wenig Stickstoff (N) im Futter. Pro Schweine-Grossvieheinheit (GVE) gibt es 35 Franken dafür. 1650 Betriebe mit 69292 Schweine-GVE hatten sich 2018 beteiligt.

Bei Mastbetrieben gut umsetzbar

Als Bedingung gilt, dass der durchschnittliche Rohproteingehalt der gesamten Futterration aller auf dem Betrieb gehaltenen Schweine 11 Gramm pro Megajoule verdauliche Energie Schwein (11g RP/MJ VES), bei Bio 12,8g RP/MJVES, nicht überschreiten darf. Was heute freiwillig ist, soll ab 2022 für alle gelten. Victor Kessler vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) betont nämlich: «Die Beiträge gibt es nur bis Ende 2021. Es ist vorgesehen, dass die  Anforderungen für N-verminderte Fütterung ab 2022 Standard im ÖLN sein sollen.»

Stefan Müller, Produktmanager Schweine bei Melior, schätzt die Anforderungen des Ressourceneffizienzprogrammes für reine Mastbetriebe als gut  umsetzbar ein. Bei diesen ist sogar der Einsatz eines Durchmastfutters möglich. «Bei geschlossenen Zucht-Mast-Betrieben sieht es anders aus», betont er. «Hier müssten wir zu grosse Kompromisse bei den Rohproteingehalten machen, um auf die 11g RP/MJ VES zu kommen.»

Investitionskosten 

Die Risiken beim Leistungsvermögen der Sauen und Ferkel seien zu gross. «Vor allem stellt sich aber die Frage, wie es mit den Zuchtbetrieben weitergehen wird. Die aktuelle Regelung 11g RP/MJ VES wird nicht gehen für sie.» In der Schweiz halten laut der Suisseporcs 2228 Betriebe Sauen. Geschlossene Zucht-Mast-Betriebe werden in der Mast Protein einsparen müssen, um die Sauen und Ferkel leistungsgerecht füttern zu können.

Dies ist möglich mit einer «echten» Phasenfütterung. Dabei wird laut Müller der Proteingehalt der Ration an den Bedarf der Mastschweine in zwei oder drei Gewichtsphasen angepasst. Doch eine echte Phasenfütterung sei teuer, warnt Lukas Schulthess, Schweinespezialist am Strickhof ZH: «Die Fütterungstechnik muss auf eine Phasenfütterung ausgelegt sein. Die Investitionskosten belaufen sich auf 8000 bis 15000 Franken für einen zweiten Silo und eine zweite Förderkette.»

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