17.01.2016 13:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
IP-Suisse
IP-Suisse steigt in Tierhandel ein
IP-Suisse übernimmt die Viehhandelsfirmen der Schneider-Gruppe. Dies soll die Selbstständigkeit der Bauern stärken.

Mit einer Minderheitsbeteiligung von 20% an der IPS-Kuvag in Sursee LU hatte die Bauernvereinigung IP-Suisse schon bisher ein Bein im Viehhandel. Nun übernimmt die Produzentenorganisation  von der Schneider-Gruppe die Aktien der drei Firmen Schneider Vieh  und Fleisch, ASFSursee und IPS-Kuvag. Das hat der Vorstand der IP-Suisse am Freitag einstimmig beschlossen. Die Übernahme erfolgt rückwirkend per 1.Januar 2016, die rund 30 Mitarbeitenden werden übernommen, die drei Firmen als selbstständige Einheiten weitergeführt.

IP-Suisse-Präsident Andreas Stalder will mit dem Kauf die Schweizer Landwirtschaft stärken. Dabei gehe es nicht ausschliesslich um die Label-Produktion. Denn die drei Firmen handeln  gesamthaft mehr QM-Tiere als Label-Tiere.

René Bühler, Landwirt in Hellbühl LU und Vizepräsident der IP-Suisse, begrüsst die Übernahme. «IP-Suisse hat seit ihrer Gründung versucht, die Kette nach vorne zum Konsumenten zu schliessen.» Die Übernahme der drei Viehhandelsfirmen aus der Schneider-Gruppe sei ein weiterer Schritt dazu. Eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette sei zentral, man sei aufeinander angewiesen. Er sieht einen weiteren Vorteil: «Heute sind wir bei der IP-Suisse ziemlich Migros-lastig. Mit der Übernahme können wir engere Bande zu anderen Verwertern knüpfen.»

Christian Schürch aus Reinach BL, ebenfalls Vizepräsident der IP-Suisse, sagt zu dieser Übernahme: «Als Bauer hat man oft den Eindruck, dass der Viehhändler der Erste in der Wertschöpfungskette ist, der einen übers Ohr haut.» Denn der Händler sei immer im Vorteil, weil er mehr Wissen habe. «Deshalb werden wir von IP-Suisse sehr offen und transparent informieren müssen, wenn wir nun in den Viehhandel einsteigen.» Er erachte es aber als grosse Chance für die Bauern, aktiv an diesem Markt teilnehmen zu können. «Ich bin sicher, dass, weil wir nun mitbestimmen können,  sich für uns und unsere Bauern grosse Vorteile ergeben», so Schürch.

Ernst Aeschlimann aus Aeschi SO, der in den Anfangsjahren der IP-Suisse  in deren  Vorstand war und heute seine Bioschweine via ASFSursee vermarktet, sagt: «Ich finde es sehr gut, wenn eine bäuerliche Organisation einen solchen Schritt macht: Er ist mutig, aber richtig.» Denn ein Landwirt, der erfolgreich sein wolle, müsse nicht nur produzieren, sondern auch sehr gut verkaufen können. Er sei überzeugt, dass IP-Suisse und die drei Firmen gut zusammenpassen, denn bei beiden gelte das Motto «Spass an der Leistung».

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE