15.04.2013 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
Italien: Preise am Schweinemarkt brechen ein
Die wirtschaftliche und politische Krise in Italien scheint sich nun auch negativ auf den dortigen Schweinemarkt auszuwirken: In den vergangenen Wochen haben die Mäster herbe Erlöseinbussen hinnehmen müssen.

Nach den Osterfeiertagen sackte der Produzentenpreis erstmals in diesem Jahr unter das Vorjahresniveau. Am Leitmarkt in Modena wurden Schweine mit einem in Italien typischen Schlachtgewicht zwischen 156 kg und 176 kg am vergangenen Dienstag nur noch mit 1,32 Euro/kg (1,60 Fr./kg) Lebendgewicht notiert. Das waren 7 Cent/kg (8,5 Rp./kg) weniger als in der Vorosterwoche und 27 Cent/kg (0,32 Rp.7kg) weniger als Mitte Februar. Innerhalb von acht Wochen haben die Schweine damit 17% an Wert verloren. Die Produzentenerlöse sanken um rund 46 Euro (55 Fr.) je Tier.

Die Schweinemäster machen für den jüngsten Preisverfall vor allem die gebremsten Schlachtaktivitäten der Abnehmer verantwortlich, die zu einem Überangebot an Schweinen geführt hätten. Die Schlachtunternehmen verweisen hingegen auf die schwache Fleischnachfrage in Zeiten der Krise und einbrechende Konsumausgaben, die zu einem Rückgang der Verkaufsmengen und -preise geführt hätten.

Tatsächlich sind die Notierungen für wertbestimmende Teilstücke vom Schwein in den letzten Wochen ebenfalls unter Druck geraten, doch lange nicht so stark, wie die der Schweinepreise. So sank der Kotelettpreis im Grosshandel in den vergangenen acht Wochen laut Börse in Modena um 3,5% auf 4,10 Euro/kg (4,95 Fr./kg). Frischer Qualitätsschinken wurde zuletzt mit 3,80 Euro/kg (4,60 Fr./kg) fast 3% preiswerter als Mitte Februar gehandelt.

Nach Berechnungen des nationalen Verbandes der Viehvermarkter weist die errechnete Marktspanne der Schlachtunternehmen nach anfänglichen Verlusten in den ersten Wochen des Jahres mittlerweile ein dickes Plus von mehr als 11 Euro (13,30 Fr.) je Schwein auf. Sie soll allein in der vergangenen Woche um 3,73 Euro/Schwein (4,50 Fr.) zugenommen haben, da rückläufigen Preisen im Teilstückverkauf von 9,02 Euro je zerlegtem Schwein ein verminderter Einkaufspreis von 12,75 Euro je Lebendschwein gegenüberstand.

Der Verband hegt aufgrund der ökonomisch vorteilhaften Situation der Schlachtbetriebe die Hoffnung, dass weitere kräftige Preisabschläge in den kommenden Wochen ausbleiben mögen.

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