27.05.2019 06:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Mirjam Holinger, FiBL
Schweine
Magengeschwüre bei Schweinen verhindern
Magengeschwüre sind ein weit verbreitetes und unterschätztes Problem in der Schweinehaltung. Je nach Studie und Haltungssystem leiden zwischen 5 bis 30 Prozent der Schlachtschweine an einem Magengeschwür. Zählt man die Vorstufen dazu, sind es noch deutlich mehr. Es gibt mehrere Gründe, warum ein Magengeschwür entsteht.

Mit Abstand am wichtigsten sind der Mahlungsgrad des Konzentratfutters sowie der Strukturgehalt des Futters allgemein. Je feiner der Mahlungsgrad, desto feiner der Mageninhalt und desto stärker wird die Magenschleimhaut angegriffen. Ganz feine Futterpartikel  mit weniger als 0,4mm Durchmesser  sollten deshalb maximal 30 Prozent des Futters ausmachen.

Die Futtermühle kann diesen Anteil bei Bedarf abklären lassen. Zusätzlich kann auch über Raufutter wie Heu, Gras oder Grassilage mehr Struktur ins Futter gebracht werden. Studien an der ETH haben gezeigt, dass Grassilage das Auftreten von Magengeschwüren deutlich reduzieren kann. 

Es ist allerdings sehr schwierig, Magengeschwüre zu erkennen. Meist zeigen die Schweine keine Symptome. Sie verhalten sich etwas unruhiger und stehen mehr, aber das sind keine eindeutigen Zeichen.

Erst wenn die Erkrankung sehr akut ist, kann es wegen den inneren Blutungen zu schwarzem Kot oder auch zu  Abgängen kommen. Mit Sicherheit könnten Magengeschwüre im Schlachthof nachgewiesen werden, eine Untersuchung, die heute aber in der Regel nicht gemacht wird. Wichtiger ist also die Prävention mit groben Futterpartikeln und Raufutter, um möglichst gar keine Magenveränderungen oder Magengeschwüre entstehen zu lassen. 

 

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