6.09.2020 17:51
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
Mehr Schweine in Italiens Ställen
Nachdem Dänemark und Österreich bereits eine Zunahme des Schweinebestandes gemeldet haben, wartet nun auch Italien mit einer höheren Tierzahl auf.

Wie aus Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, wurden zum Zähltermin im Mai 2020 insgesamt 8,91 Millionen Schweine in Italien gehalten; das waren rund 270'000 Tiere oder 3,1 % mehr als zwölf Monate zuvor. Erstmals seit drei Jahren hat sich damit die Herde wieder vergrössert. Dabei dürfte aber auch ein Corona-Effekt zum Tragen gekommen sein, denn durch die verringerten Schlacht- und Zerlegekapazitäten zum Zeitpunkt der Erhebung, war in der Schweinevermarktung ein gewisser Rückstau in den Ställen gegeben.

Zuwachs Mastschweine

So ist auch nicht verwunderlich, dass in der Kategorie der Mastschweine mit einem Zuwachs von 3,7 % auf fast 5,30 Millionen Stück der deutlichste Anstieg im Vergleich zur Vorjahreserhebung erfolgte. Relativ ähnlich stark legte die Zahl der Ferkel bis 20 kg mit 3,6 % auf 1,45 Millionen Stück zu. Bei den Läufern zwischen 20 kg und 50 kg fiel der Zuwachs mit 1,4 % auf 1,56 Millionen Tiere dagegen unterdurchschnittlich aus.

Die italienischen Schweinehalter haben auch ihre Zuchtsauenherde aufgestockt, und zwar binnen Jahresfrist um 12'300 Tiere oder 2,1 % auf 591000 Stück. Dabei waren unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten: So nahm die Zahl der tragenden Sauen um 2,8 % auf 488'000 Stück zu, die der nicht gedeckten Muttertiere dagegen um 1,1 % auf 103'000 ab.

Preise im Sinkflug

Noch deutlicher sind die Unterschiede bei der Altersstruktur. Der Altsauenbestand wuchs gegenüber Mai 2019 um 21'200 Tiere oder 4,8 %, während bei den Jungsauen ein Minus von rund 9000 Tieren oder 6,8 % zu verzeichnen war. Eine Erklärung mag sein, dass sich nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Schweinepreise in Italien über Wochen und Monate im Sinkflug befunden hatten und bis Ende Juni ein Einbruch von rund 40 % am Schlachtschweinemarkt erfolgt war.

Die Stimmung der Schweinehalter war insbesondere im Frühjahr wegen der unsicheren Aussichten und Corona-Folgen schlecht gewesen, weshalb die Erzeuger weniger Jungsauen aufgestallt haben dürften. Bei den Altsauen dürfte dagegen das eine oder andere Tier nicht vermarktet worden sein, weil viele Fleischhersteller wegen der Corona-Krise weniger Rohstoff benötigten.  

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