1.08.2019 13:55
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Niederlande
NL: Staat reduziert Schweinebestand
Die von der niederländischen Regierung geplante subventionierte Abstockung des heimischen Schweinesektors wird wahrscheinlich erst im Herbst beginnen. Ursprünglich sollte die Massnahme am 15. August starten und in der zweiten Hälfte 2021 abgeschlossen werden.

Als Begründung für die Verzögerung nannte das Haager Agrarressort die noch fehlende Genehmigung der Europäischen Kommission, inhaltliche Gründe gebe es nicht. Die Kontakte mit der Kommission verliefen in einer konstruktiven Atmosphäre, hiess es.

Vermeidung von Geruchsbelästigungen 

Für die „warme Sanierung“ des Schweinesektors will Landwirtschaftsministerin Carola Schouten insgesamt rund 180 Mio. Euro (198 Mio. Fr.) ausgeben. Davon sollen 120 Mio. Euro (132 Mio. Fr.) auf den Herauskauf von Schweineproduktionsrechten entfallen. Die betreffenden Ställe müssen abgerissen werden. Der Rest des Geldes soll zur Förderung von Stallmodernisierungen eingesetzt werden, die einer Erhöhung der Nachhaltigkeit dienen.

Wichtigstes Ziel ist die Extensivierung in regionalen Produktionshochburgen zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen für die Nachbarschaft. Weitere Ziele sind die Senkung von Umweltbelastungen durch Treibhausgasemissionen und Gülle. Schouten bezifferte den Umfang der herauszukaufenden Schweineproduktionsrechte zuletzt auf voraussichtlich 600'000 bis 800'000 Einheiten. Bezogen auf die aktuellen Daten der niederländischen Statistikbehörde (CBS) für den Mastschweinebestand 2018 würde dies einem Rückgang um bis zu 14% auf 4,79 Millionen Tiere entsprechen.

4 Prozent der Schweinehalter planen Programmteilnahme

Schon jetzt wollen fast 40% der niederländischen Schweinehalter bis zum Jahr 2025 aus der Produktion aussteigen. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage hervor, die das Fachmagazin „Nieuwe Oogst“ unter 450 Betriebsleitern durchgeführt hat. Von den aufgabewilligen Landwirten nehmen 40 % bereits am staatlichen „Aktionsplan Ammoniak“ teil. Für sie gelten weniger strenge Umweltschutzregeln mit der Auflage, schon zum 1. Januar 2020 ihre Betriebe zu schließen.

Ausserdem plant ein Fünftel der Aufgabewilligen die Teilnahme am Programm „Warme Sanierung“ - das sind 4% aller Schweinehalter, während ein Zehntel der „Stopper“ seine Betriebe verkaufen will. Rund 15% begründen ihren Ausstieg mit dem Argument, dass ein Betriebsnachfolger fehle. Derweil gaben immerhin 72% aller Befragten an, Vertrauen in die Zukunft der Schweinehaltung in den Niederlanden zu haben.

Gut die Hälfte der insgesamt befragten Landwirte will auch 2025 weiter im Geschäft bleiben. Davon planen 95 % Investitionen in ihre Betriebe. Mehr als ein Drittel der voraussichtlichen Investitionen soll den Betrag von 250'000 Euro übertreffen.

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