15.11.2018 13:53
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Schweine
Nur motile Spermien können befruchten
Die Schweinebesamungsorganisationen verstehen sich als Partner der Ferkelerzeuger. Beste Spermaqualität ist gefragt, weil sie als wichtiger Baustein für hohe Fruchtbarkeit im Saustall gilt. Dazu leistet die reproduktionsmedizinische Forschung über die Qualitätssicherung in den Besamungsstationen einen wichtigen Beitrag.

Der "Standard Eber-Spermaqualität" des BRS garantiert den Sauenhaltern ausgelieferten qualitativ hochstehende Spermaportionen. Er wurde 2008 als international einmaliger Standard vom Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) verabschiedet.

Schweizer und Österreicher waren früh

Seit Mai 2017 wird er vom Bundesverband Rind und Schwein e.V. weitergeführt, wie SUISAG in einer Mitteilung schreibt. Besamungsstationen aus Österreich und der Schweiz haben sich schon früh diesem Standard angeschlossen. 

Die Festlegung des Qualitätsstandards ist ein dynamischer Prozess, von dem Kunden profitieren sollen. So haben die Besamungsstationen bereits 2011 konkrete Produktzusagen in Form von 1,8 Mrd. Gesamtspermien in der Tube und einer Spermienbeweglichkeit von 65 Prozent nach 72 Stunden gemacht. 

Stationen, welche dieses Label nutzen dürfen, sind folgende Verpflichtungen eingegangen

-Gemeinschaftliche Forschungsförderung als Basis für die Standardweiterentwicklung. 

-Personalschulung und Erfahrungsaustausch zur Sicherung des Qualitäts- und Leistungsvorsprungs. 

-Qualitätsmanagement mit systematischen Eigenkontrollen gemäß dem Qualitätshandbuch für die Arbeitsabläufe und für die Hygiene in Besamungsstationen. 

-Sie beteiligen sich an einem systematischen Qualitätsmonitoring mit Controlling und Beratung durch Experten durch hierfür zugelassener wissenschaftlicher Referenzlabors.

Nur motile Spermien sind in der Lage, Eizellen zu befruchten. Viele Besamungsorganisationen setzen mittlerweile Bildanalysegeräte ein, mit welchen objektive Aussagen über die beweglichen (motilen) Spermien im Ejakulat gestatten.

Ähnlich wie Pflanzensaatgut heute nach der Keimfähigkeit bewertet wird, können Besamungsorganisationen dank neuer Technik genaue Aussagen über die befruchtungsfähigen, motilen Spermien treffen. Dies soll jetzt auch durch eine Präzisierung des Qualitätsstandards deutlicher herausgestellt werden.

Beistandsvertrag im Krisenfall gesichert

Besamungsorganisationen garantieren künftig entweder 1,8 Mrd Gesamtspermien mit einer Motilität von 65 Prozent nach 72 Stunden oder 1,3 Mrd. motile Spermien nach 72 Stunden.  Beide setzen eine sachgerechte Lagerung voraus.

Neben diesem Qualitätsstandard wird die Versorgung der Kunden mit hochwertigem Sperma zusätzlich über standardisierte Einkaufsbedingungen beim Jungeberzukauf sowie einen Beistandsvertrag im Krisenfall gesichert.


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