12.08.2015 06:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Schweinepreise
Preisabschläge trotz Grillwetter
Diesen Sommer herrschte bestes Grillwetter. Trotzdem schaffte es der Schweinepreis nur gerade auf 3.80 Fr./kg ,und Ende Juli erfolgte der erste Preisabschlag. Was sind die Gründe für diese unbefriedigende Situation?

Gemäss Proviande wurden bis Ende Juli 2,2% mehr Schweine klassifiziert als im Vorjahr. «Gegenüber 2013, als wir noch gute Preise hatten, waren es gar 3,75% mehr», sagt Felix Grob, Geschäftsführer von Suisseporcs. Für ihn ist klar: «Der Schweinepreis ist nicht über 3.80 Fr./kg  gestiegen, weil wir einfach zu viel produzieren.»

Einen Einfluss hat aber auch die Nachfrage. Längst landet nicht mehr vorwiegend Schweinefleisch auf dem Grill. Von Crevettenspiessli bis Lammnierstück ist die Grillpalette heute riesig. Beim Detailhändler Coop ist laut «Coopzeitung» Pouletfleisch mit 46% das meistverkaufte Grillfleisch. Erst danach folgt Schweinefleisch.

Mit Degustation das Image aufbessern


Negativschlagzeilen über die Schweinehaltung und der Trend zum angeblich gesünderen Pouletfleisch verstärken den Effekt. Dazu kommt der gestiegene Einkaufstourismus.Um das Image von Schweizer Schweinefleisch zu stärken, führen nun UFA, Anicom und Landi zusammen mit Suisseporcs und Proviande Infoanlässe durch.

Der Pilot-Event findet am  21. und 22. August bei der Landi in Oensingen SO statt. Es werden unter anderem Degustationen durchgeführt, und Schweinehalter informieren über ihre Arbeit.

"IP-Suisse hat Mengenplanung nicht im Griff"

Ein weiteres Thema, das in der Branche brodelt, ist die Situation auf dem IP-Suisse-Schweinemarkt. Einige Marktkenner machen die seit Wochen vorhandenen Überangebote an IPS-Schweinen für die Preisabschläge Anfang August verantwortlich. Sogar IPS-Schweine-Mäster äussern gegenüber dem «Schweizer Bauer» den Vorwurf, die IP-Suisse habe die Mengenplanung nicht im Griff und mache damit den Schweinepreis für alle Mäster kaputt. 

Für Fritz Rothen, Geschäftsführer von IP-Suisse, ist dieser Vorwurf nicht erklärbar: «Aktuell werden pro Jahr rund 2,4 Mio. Mastschweine produziert, davon rund 500'000 IPS-Label-Tiere.» Die Mengenplanung funktioniere dank der lückenlosen Einstallungsmeldungen der Produzenten gut. 

Diskussionen finden statt


Leider werde auch der Labelmarkt von der saisonal unterschiedlichen Nachfrage und dem Zuchtfortschritt beeinflusst. «Seit Mitte 2014 haben wir deshalb Zuchtplätze konsequent abgebaut.» Die Micarna, der Hauptabnehmer von IPS-Schweinen, schreibt auf Anfrage: «Die mit der IP-Suisse vereinbarten Mengen wurden bis heute eingehalten.»

Morgen findet zu diesem Thema eine Sitzung mit Vertretern von IP-Suisse, Suisseporcs und Abnehmern statt. Lesen Sie mehr dazu in der Samstagsausgabe des "Schweizer Bauer" im Interview mit Fritz Rothen.

 

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