13.09.2016 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Polen
Regierung kauft Tiere vom Markt
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) zieht in Polen immer weitere Kreise und veranlasst die Politik inzwischen zu aussergewöhnlichen Massnahmen. Die Regierung kauft in den Risikogebieten Schweine ein und schlachtet diese.

Wie die zuständigen Veterinärbehörden berichteten, wurde Anfang der vergangenen Woche der 19. Seuchenausbruch in diesem Jahr festgestellt. Dabei handelte es sich den Behördenangaben zufolge um einen Kleinbetrieb bei Lesna Podlaska in der Wojewodschaft Lublin mit neun Schweinen.

Zuvor war das Virus aber auch bereits in grösseren und teils gewerblich organisierten Unternehmen mit mehreren hundert Tieren nachgewiesen worden. Laut dem üblichen Seuchenprotokoll wurden die infizierten Tiere gekeult. Darüber hinaus wurde der Radius von 7 km um den Herd als Sperrbezirk deklariert, in dem nun ein einmonatiges Transportverbot für lebende Tiere gilt.

Um der Seuche Herr zu werden, hat das Warschauer Parlament zudem Anfang September ein von der Regierung vorgelegtes Gesetz für ein Aufkaufprogramm verabschiedet, nach dem rund 600'000 t Schweine in den Risikogebieten aufgekauft und geschlachtet werden sollen. Damit will man vorsorglich gesunde Bestände verwerten und die Tierdichte wie auch das Infektionsrisiko in den gefährdeten Regionen vermindern.

Vorgesehen sind Aufkaufpreise, die sich am Durchschnittspreis im betroffenen Gebiet orientieren. Die Tiere sollen vorrangig zu Dauerwaren wie Konserven verarbeitet werden, damit eventuelle Erreger durch den Verarbeitungsprozess und die dabei erfolgende Sterilisierung unschädlich gemacht werden. Zudem sollen zusätzliche Fleischbeschauen und Beprobungen bei jedem Schlachtkörper sicherstellen, dass tatsächlich nur gesunde Tiere verarbeitet werden. Das Gesetz soll nach der Annahme durch den Sejm im Schnellverfahren vom Senat in Warschau verabschiedet werden.

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