30.11.2019 16:20
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Schweinemarkt
Riesige Nachfrage, steigende Preise
Absolut aussergewöhnliche Rahmenbedingungen führen derzeit EU-weit zu einem weiteren Preisanstieg am Schweinemarkt. Während angebotsseitig ausser in Spanien einige Prozente fehlen, überlagern sich absatzseitig die Rekordwerte.

Auch unter normalen Umständen besteht aufgrund des Weihnachtsgeschäfts um diese Jahreszeit ein Höchstbedarf der Fleischindustrie, doch in diesem Jahr toppt die Schweinepest in Asien alle bisherigen Verhältnisse.

Die in dieser Dimension nie dagewesene Nachfrage, vor allem aus China, gibt jetzt jenen Prognosen recht, die in Deutschland noch für heuer den Schweinepreis auf der Marke von 2 Euro/kg (2.20 Fr./kg) sahen. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat ihren Basispreis für Schlachtschweine erneut um 5 Cent angehoben. Damit dürfte zumindest vorerst beziehungsweise für heuer der Höchstwert erreicht sein. 

In Österreich wird seit Wochen händeringend nach Schlachtschweinen gesucht, so auch diese Woche. Das durchschnittliche Angebot reicht bei Weitem nicht aus, um den aktuellen Bedarf zu decken, berichtet Johann Schlederer von der Schweinebörse. Auch die rekordhohen, knapp unter 100 kg liegenden Schlachtgewichte können nur geringfügig die Fehlmenge kompensieren.

Der heimischen Fleischindustrie fällt es jedoch schwer, die knappe Rohstofflage beziehungsweise die hohen Preise zu akzeptieren. Die Stimmung ist dermassen angespannt, dass sich ein Branchensprecher zu einer aussergewöhnlichen Forderung an die Politik hinreissen liess. Demnach verlangte er in Printmedien einen Exportstopp für Schweinefleisch. Rasch ausverkauft waren erneut die Schweine an der heimischen Börse, was ein weiteres Plus von 5 Cent zur Folge hatte. Die Mastschweine-Notierung steigt somit auf 1,98 Euro (2.18 Fr.) (Berechnungsbasis: 1,88 Euro) je kg Schlachtgewicht. 

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