Mittwoch, 7. Dezember 2022
15.01.2019 15:30
Fleisch

Rinder leiden für Importfleisch

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Die Sendung «Kassensturz» berichtete am Dienstagabend auf SRF 1 über die Feedlot-Farmen in Übersee. Fleisch aus solchen Betrieben landet oft zu Aktionspreisen im Detailhandel und in der Gastronomie. Doch die Fütterung gefährdet die Gesundheit der Tiere.

Oft an guter Lage werden die Edelstücke aus Paraguay, Uruguay, Brasilien, den USA oder Australien in den Läden der hiesigen Detailhändler präsentiert. In Restaurants ist solches Premium-Fleisch ebenfalls sehr gefragt. Und erstaunlich: Filet oder Entrecote werden für unter 50 Franken pro Kilo angeboten. Doch Rinder müssen dafür leiden.

Der Kassensturz hat sich mit diesem Fleisch genauer befasst. Dieses stammt auch von Rindern, die in Feedlot-Farmen gehalten wurden. Diese Tiere kämpfen mit gesundheitlichen Probleme, wie die Konsumentensendung herausgefunden hat. Nachr rund 18 Monaten kommen die Rinder in diese Betriebe. In den grossen Mastanlagen legen die Tiere in den letzten Monaten ihres Lebens massiv an Gewicht zu. Das Futter besteht zu über 70 Prozent aus Getreide, berichtet der Kassensturz. Nur so können die Tiere das gewünschte Gewicht von 1,5 Kilogramm pro Tag zulegen. Resultat ist marmoriertes Fleisch.

Doch für die Tiere hat diese Haltungsform schwere Nachteile. Tierschutzorganisationen kritisieren, dass die Rinder nicht genügend vor der Witterung geschützt werden. Zudem ist aus der Sicht des Tierschutzes die Fütterung nicht tiergerecht. 

Der Kassensturz befragte dazu einen Tierarzt. Bevor die Tiere in diese Mastanlagen geführt werden, ernähren sie sich von Gras. Die Umstellung auf überwiegend getreidehaltiges Futter ist für die Tiere ungesund. «Wenn eine Kuh viel Kraftfutter im Pansen hat, wiederkäut sie viel weniger», sagt Adrian Steiner, Leiter der Nutztierklinik der Universität Bern, gegenüber Kassensturz. Der Magen übersäuert, weil er nicht auf Getreide ausgerichtet ist. Dies führt zu Abszessen im Magen oder in der Leber, im Extremfall gar zu Klauenentzündungen. 

Die Fleischimporteure hingegen wiegeln gegenüber dem Kassensturz ab. Problembetriebe seien in der Minderheit. Betriebe, die in die Schweize liefern, seien Profis und hätten die Tiere im Auge, damit sie nicht erkrankten. Deshalb sind aus der Sicht der Importeure Feedlot-Farmen auch tiergerecht. Nur ein kleiner Teil des Importfleisches stammt gemäss den Importeuren überhaupt aus Feedlots. Eingeführt wird solches Fleisch hauptsächlich aus den USA und aus Australien. Fleisch aus Südamerika stamme hingegen nicht aus Feedlots, versichern die Fleischhändler.

Rinder, die hauptsächlich mit Kraftfutter gefüttert werden, haben aus ernährungsphysiologischer Sicht Nachteile. «Je mehr Gras die Wiederkäuer gefressen haben, je natürlicher diese aufgezogen und gemästet wurden, desto besser ist die ernährungsphysiologische Qualität des Fleischs», sagt Martin Scheeder Dozent von der Berner Fachhochschule HAFL in Zollikofen.

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