19.08.2017 17:19
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Deutschland
Schutzmassnahmen gegen Schweinepest empfohlen
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Osteuropa hat das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) vergangene Woche Empfehlungen für Massnahmen im Falle eines Ausbruchs bei Wildschweinen in Deutschland veröffentlicht. So sollen bei einem Virusnachweis ein „gefährdeter Bezirk“ mit einem Mindestradius von 15 km um den Fundort sowie eine etwa doppelt so grosse „Pufferzone“ eingerichtet werden.

In beiden Zonen sind dann eine Vielzahl an Massnahmen der Tierseuchenbekämpfung zu ergreifen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Im engeren „Seuchengebiet“ gehören dazu ein Verbot der Freilandhaltung von Hausschweinen und eine generelle Jagdruhe von 21 Tagen, um ein Versprengen von infizierten Tiere zu vermeiden.

In beiden Zonen soll laut FLI die Verbringung von Gras, Heu und Stroh aus dem Infektionsgebiet in Hausschweinbestände untersagt sowie eine Leinenpflicht für Hunde eingeführt werden. Zudem müssen dann alle tot aufgefundenen Wildschweine beprobt werden.

Population um 90 Prozent reduzieren

In der Pufferzone sollen dem Institut zufolge bei allen Schweinehaltern mit Auslauf- oder Freilandhaltung die Biosicherheitsmassnahmen überprüft und die Wildschweinepopulation durch intensive Jagd um 80 % bis 90 % reduziert werden.

Des Weiteren empfiehlt das FLI ein ganzes Bündel von Biosicherheitsmassnahmen für Jäger und Schweinehalter, darunter vor allem Desinfektionsmassnahmen, aber beispielsweise auch die Sicherstellung, dass Mülleimer kippsicher aufgestellt sind.

Keine Wurstwaren einführen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) appellierte unterdessen erneut an die zurückkehrenden Urlauber und alle Lkw-Fahrer, aus osteuropäischen Ländern kein Schweinefleisch und keine Wurstwaren nach Deutschland einzuführen.

Im Baltikum und in Polen nähmen die ASP-Fälle zu, in der Tschechischen Republik und Rumänien sei die Schweinepest vermutlich über kontaminierte und weggeworfene Wurstbrote auf Wild- beziehungsweise Hausschweine übertragen worden. Gegen das hochansteckende Virus gebe es keinen wirksamen Impfstoff, warnte der DBV, so dass bei einem ASP-Ausbruch in einem Schweinebestand alle Tiere des Betriebes und des Umfeldes getötet werden müssten. 

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