19.01.2019 06:06
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Handel
Schweine sind bereits gesucht
Der Schweinemarkt präsentiert sich derzeit ganz anders als in den letzten Jahren. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bereits im Januar. Vor einer Woche gab es den ersten Preisaufschlag auf 3.90 Fr./kg, gestern stieg der Preis auf 4.10 Fr./kg. Doch Suisseporcs mahnt Züchter und Mäster zur Vorsicht.

In den vergangenen Jahren wurde es jeweils März, bis der Schweinemarkt nach den fehlenden Schlachttagen über Weihnachten und Neujahr wieder abgeräumt war. Anders in diesem Jahr. Bereits in der Kalenderwoche (KW) 2 überstieg die Nachfrage nach Schlachtschweinen leicht das Angebot. Deshalb erhöhten die Verarbeiter den Schweinepreis am 11. Januar auf 3.90 Fr./kg und am 18. Januar auf 4.20 Fr./kg.

So aussergewöhnlich  sei dies allerdings  nicht, sagt Felix Grob, Geschäftsführer von Suisseporcs.  «Auch in den Jahren 2013, 2011, 2008, 2006, 2005 und 2004 hatten wir Preisaufschläge in KW 2 oder 3.» Wenn der Schweinemarkt gesund ist, ist das also durchaus normal. 

Der Grund für die derzeit erfreuliche Marktsituation bei den Schweinen ist das Verbot der Vollspaltenböden im September 2018. Auf diesen Termin hin gaben einige Schweinezüchter und -mäster die Produktion auf. So wurden gemäss Proviande-Statistik im vierten Quartal 2018 (Okt. bis Dez.) 6,6% weniger Schweine geschlachtet als im Vorjahr. 

Steigende Jagerpreise

Doch deuten bereits Zeichen darauf hin, dass die Freude der Schweinemäster von kurzer Dauer sein könnte. Die seit Wochen steigenden Jagerpreise widerspiegeln eine hohe Nachfrage der Mäster nach Jagern. Laut Branchenkennern werden immer noch neue Mastställe gebaut, die laufend gefüllt werden. Wie viele neue Mastplätze entstehen, weiss Felix Grob nicht. «Ich gehe davon aus, dass die Mäster die Rechnung machen.» Suisseporcs warne aber schon seit Längerem davor, die Jagerproduktion aufgrund der aktuell guten Preise auszubauen. 

Ob das nützt, ist fraglich. Laut Grob sind die Züchter von Remonten ausverkauft, und gemäss der Aussage von Mitarbeitern eines grossen Schlachthofs, der offiziell keine Stellung beziehen will, werden derzeit fast keine Mooren geschlachtet. Es ist also gut möglich, dass es bereits in einem Jahr wieder zu viele Schlachtschweine auf dem Markt haben wird.

Höhere Schweinepreise seien übrigens nicht per se ein Nachteil für die Verarbeiter – im Gegenteil. Denn sei das Preisniveau bis hin zur Verkaufsfront höher, könne damit auch der Verarbeiter mehr verdienen.

2019 könnten also die Schweinemäster seit Längerem wieder ein gutes Jahr erleben. Dafür müsste laut Grob der Schweinepreis im Schnitt bei 4 bis 4.20 Fr./kg SG liegen, dies bei einem durchschnittlichen Jagerpreis von  5.50 bis 6 Fr./kg.  


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