30.01.2019 11:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Schweine sterben wegen Listerien
Wenn Mastschweine an blutigem Durchfall und Blutvergiftung leiden, sollte auch auf das Bakterium Listeria monocytogenes getestet werden. Diese Empfehlung hat ein Team von Wissenschaftlern der Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni Vienna gegeben.

In einer Studie unter Koordination von Lukas Schwarz wiesen die Forscher das Bakterium als höchstwahrscheinlichen Auslöser für eine tödliche Listeriose bei Mastschweinen in Niederöstereich nach, bei der fast jedes zehnte Tier verstarb. 

Die Tiere hatten die Listerien über kontaminierte Maissilage aufgenommen, die in dem Futter durch schlechte Silierung überlebt hatten. Ausserdem wurde in der Maissilage ein hoher Gehalt an Deoxynivalenol gefunden. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um ein Schimmelpilzgift, das als Stoffwechselprodukt vor allem auf befallenem Getreide vorkommt und das Immunsystem negativ beeinflussen kann. Durch diese Kombination sei es erst zu der schweren Erkrankung gekommen.

Erstautor Heiko Stein appellierte an die Landwirte, bei der Silage darauf zu achten, dass alle Silierverfahren unter geeigneten anaeroben Bedingungen durchgeführt werden, um das Listerienwachstum zu unterdrücken. Wenn blutiger Durchfall in Kombination mit einer erhöhten Sterblichkeit bei Mastschweinen auftritt, sollte dann L. monocytogenes in die Liste der Differentialdiagnosen aufgenommen werden, betonte Stein. Das sollte insbesondere dann erfolgen, wenn Silage ein Teil der Fütterung sei. Bestätige sich der Verdacht, sei umgehend eine antimikrobielle Therapie angezeigt.

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