30.05.2019 18:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Schweinebauern kontern Vorwürfe
Deutliche Kritik an den jüngsten Tests der Umweltorganisation Greenpeace zu Keimen auf Schweinefleisch aus konventioneller Haltung hat der Verband österreichischer Schweinebauern (VÖS) geübt.

Die von Greenpeace vorgenommenen Stichproben seien nicht aussagekräftig, monierte der Obmann des Verbandes, Walter Lederhilger, vergangene Woche in Wien. Beim aktuellen Test seien ganze 14 Proben untersucht worden: Fünf seien positiv auf die Extended-Spectrum-β-Lactamase (ESBL) oder das methicillin-resistente Bakterium Staphylococcus aureus (MRSA) getestet worden, davon zwei Packungen Hackfleisch.

Bei Biofleisch habe Greenpeace hingegen keine Stichproben untersuchen lassen. Lederhilger wies darauf hin, dass zuverlässige Daten mit ausreichenden Stichprobengrössen von den österreichischen Behörden erhoben sowie publiziert würden. Laut dem aktuellen nationalen Resistenzbericht AURES sinke die MRSA-Rate seit Jahren kontinuierlich und habe 2017 den bisher niedrigsten Wert erreicht. Nach Angaben des Obmanns lag der Gesamtverbrauch an Antibiotika in der Humanmedizin in Österreich im Jahr 2017 bei rund 65,5 t Wirksubstanz.

Im Veterinärbereich seien insgesamt knapp 44 t in Verkehr gebracht worden. Hier seien es im Jahr 2013 noch rund 55 t gewesen. Somit habe es eine deutliche Verringerung gegeben. „Wenn man diese Zahlen kennt, kann man nicht ernsthaft davon ausgehen, dass das Problem von Resistenzbildungen allein in der landwirtschaftlichen Tierhaltung zu suchen ist“, so Lederhilger. Antibiotikarückstände hätten ihren Ursprung sowohl in der Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizin. Die Schweinebauern nähmen diese Problematik aber sehr ernst und seien sich bewusst, welche Verantwortung sie trügen.

Greenpeace hatte bei der Vorlage der Testergebnisse Anfang vergangener Woche erklärt, dass jedes dritte Stück Schweinefleisch mit resistenten Erregern belastet sei. Die Ursache dafür „liege in der Massentierhaltung“, da gerade Schweinen übermässig viele Antibiotika verabreicht würden. Mit Blick darauf hatte die Umweltorganisation einen ambitionierten und verbindlichen Plan für die Reduktion von Antibiotika in der Nutztierhaltung gefordert. Verlangt wurden ausserdem EU-Gelder für eine „bessere Tierhaltung“.

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