26.03.2019 13:56
Quelle: schweizerbauer.ch -
China
Schweinebestand bricht ein
Umweltauflagen, niedrige Preise und vor allem die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) haben in China viele Schweinehalter, darunter besonders viele kleinere Betriebe, zur Produktionsaufgabe gezwungen. Nach offiziellen Zahlen des Pekinger Landwirtschaftsministeriums ist der Schweinebestand im Februar 2019 im Vorjahresvergleich um 16,6 % kleiner ausgefallen.

Noch stärker brach die Zahl der Sauen ein, nämlich um 19,1 %. Gegenüber Januar wurde eine Abnahme des Gesamtbestandes um 5,4 % verzeichnet, bei den Zuchtsauen um 5,0 %. Experten gehen davon aus, dass die chinesische Schweinefleischerzeugung im laufenden Jahr spürbar rückläufig sein wird und sich der Einfuhrbedarf trotz nachlassender Nachfrage der heimischen Verbraucher deutlich erhöhen wird.

Die Regierung versucht möglichen Versorgungsengpässen vorzubeugen und hat mit einem zweiten Programm zum Aufkauf von Schweinefleisch von 50'000 t für die staatliche Reserve begonnen.

Riesige Bestellmengen

Vermarkter in der Europäischen Union hatten in den vergangenen Wochen bereits von einer lebhafteren Schweinefleischnachfrage aus China und mehr Kaufabschlüssen berichtet. Doch neben der EU und Brasilien scheinen auch die USA, ungeachtet der weiterhin bestehenden Strafzölle, von der Angebotsverknappung in der Volksrepublik zu profitieren.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) meldete kürzlich, dass in der ersten Märzwoche 23'800 t Schweinefleisch nach China verkauft wurden; das war die grösste Bestellmenge seit rund zwei Jahren.

Preis steigt um 20 Prozent

An der Börse in Chicago stiegen in der Folge die Futurekurse für magere Schlachtschweine um mehr als 20 %. In China selbst ziehen die Schlachtschweinepreise seit dem Neujahrsfest Anfang Februar ebenfalls spürbar an. Am vergangenen Donnerstag wurde der nationale Durchschnittspreis mit 15,21 CNY (2.25 Franken) je Kilogramm Lebendgewicht (LG) angegeben.

Das waren fast 25 % mehr als Anfang Februar. Mehr Geld erlösten die chinesischen Schweinevermarkter für ihre Tiere zuletzt im Januar 2018. Das USDA geht aufgrund des massiven Bestandsabbaus davon aus, dass die Schweinefleischeinfuhren der Volksrepublik 2019 gegenüber dem Vorjahr um rund 30 % auf etwa 2 Mio t zunehmen werden. 

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