Montag, 23. Mai 2022
09.05.2022 15:00
Italien

Schweinepest-Alarm: «Rote Zone» in Rom

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Nach dem Auftreten mehrerer Fälle von Schweinepest fürchtet Italien eine Ausweitung der Seuche. In Rom, wo seit Jahren immer mehr Wildschweine auf der Suche nach Nahrung bis in die Stadt vordringen, wurde deshalb am Wochenende eine «Rote Zone» definiert.

Das Gebiet reicht von Nordwesten bis in die Nähe des Vatikans heran. Dort sind künftig unter anderem Veranstaltungen und Picknicks in der freien Natur verboten, ausserdem wird zur Desinfektion der Schuhe geraten und eine besondere Überwachung durch Behörden angekündigt.

Wildschweine ein Politikum

Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich – unter Wild- und Hausschweinen aber ist sie hoch ansteckend, nicht heilbar und verläuft fast immer tödlich. Die Region Latium, in der Rom liegt, richtete die Rote Zone sowie ein weiteres Gebiet unter Beobachtung deshalb ein, um Mastbetriebe in der Gegend zu schützen.

In der italienischen Hauptstadt sind Wildschweine ein Politikum: Für viele Kritiker ist das Vordringen der Paarhufer in bewohnte Gebiete, das regelmässig durch Handybilder oder -videos dokumentiert wird, ein Indiz für die Unfähigkeit der Politiker, mit dem Müllproblem in der Ewigen Stadt umzugehen. Weil Abfall oft auf der Strasse nicht abgeholt wird, suchen die Wildschweine dort nach Nahrung. In der Roten Zone sollen Mülleimer deshalb eingezäunt werden, fordert die Region.

Kritik von Tierschützern

Laut Gesundheitsministerium könnten solche Massnahmen, die auch in den ebenfalls betroffenen Regionen Piemont und Ligurien erwogen werden, nicht reichen. «Wir müssen die Zahl der Wildschweine reduzieren, in Italien gibt es zu viele», sagte Unterstaatssekretär Andrea Costa.

Umwelt- und Tierschützer kritisieren Pläne, künftig im grösseren Ausmass Jagd auf Wildschweine zu machen. «Aus Rom jetzt den Wilden Westen zu machen, um Wildschweine zu jagen, löst das Problem nicht», sagte Rita Corboli von der Tierschutzorganisation Oipa und meinte: «In Rom sind die Abfälle das Problem und nicht die Wildschweine.»

Mehr zum Thema
Tiere

Gartenrotschwanz - Mathias Schäf Über 4000 Freiwillige haben in den letzten fünf Tagen in der Schweiz während einer Stunde Vögel im Garten oder in der Siedlung gezählt. Bei Birdlife Schweiz…

Tiere

«Lichtverschmutzung ist wahrscheinlich eine Hauptursache des globalen Artensterbens», sagt Chronobiologin Stefanie Monecke. - PDPhotos Angestrahlte Kirchen und Denkmäler, Flutlicht im Stadien und grelle Strassenbeleuchtung – die Menschen machen vielerorts die…

Tiere

Die heute weltweit in der Imkerei gehaltenen Rassen der Westlichen Honigbiene leben in einem Staat, der als Maximum etwa zur Sommersonnenwende 40'000 bis 60'000 Bienen beherbergt. - Pixabay «In der…

Tiere

Wölfe sind bei der Wahl ihrer Beute sehr anpassungsfähig, doch sie jagen hauptsächlich Huftiere. Der Wolf ist ein Hetzjäger und Opportunist: Er reisst Beute, wann immer sich eine günstige Gelegenheit…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE