5.01.2019 15:27
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Seuche
Schweinepest bleibt bedrohlich
Die Zahlen zeigen es: Die Afrikanische Schweinepest bleibt in vielen Ländern ein Thema.

In Russland sind nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr gut 250 Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Hausschweinbeständen aufgetreten.Wie das Moskauer Landwirtschaftsministerium mitteilte, mussten deshalb insgesamt etwa 250'000 Schweine gekeult werden. Die Höhe des Schadens beziffert das Agrarressort auf umgerechnet gut 15 Milionen Euro (16,9 Millionen Schweizer Franken), verglichen mit nur 1,2 Milionen Euro (1,35 Milionen Schweizer Franken) im Vorjahr.

Die ASP grassiert in Russland seit dem Jahr 2007. Der Generaldirektor des Nationalen Verbandes der Schweinezüchter, Jurij Kowalew, wies kurz vor den Weihnachtsfeiertagen darauf hin, dass aufgrund dieser Seuche in den vergangenen acht Jahren insgesamt rund 8 Millionen Schweine in Russland getötet und verbrannt worden seien. 

Die dadurch der Branche entstandenen Einbussen veranschlagte Kowalew auf umgerechnet 507 Milionen Euro (569,8 Milionen Schweizer Franken). In der Europäischen Union einschliesslich der Ukraine gab es 2018 bis zum Stichtag 18. Dezember nach Angaben des Tierseuchenmeldesystems (ADNS) insgesamt 1'435 ASP-Ausbrüche in Nutzschweinbeständen; im Jahr 2017 waren es nur 248 Fälle gewesen.

Mit 1'150 Virusnachweisen waren dabei die rumänischen Hausschweinehalter mit Abstand am stärksten betroffen; dahinter folgten Polen mit 109 und die Ukraine mit 104Ausbrüchen. Zudem gab es EU-weit bis Mitte Dezember 2018 fast 6'000 ASP-Fälle bei Wildschweinen; das entsprach im Vorjahresvergleich einer Zunahme um gut 50 %.

Der belgische Bauernverband wies am vergangenen Freitag darauf hin, dass entgegen anderslautender Gerüchte keine ASP-infizierten Wildschweine ausserhalb der eingezäunten Kernsicherheitszone gefunden worden seien. Insgesamt wurden dort bis zum 21. Dezember 2018 insgesamt 245 infizierte Wildschweinekadaver gefunden.

In China gab es seit dem ersten ASP-Nachweis Anfang August bisher gut 100 Fälle in Nutzschweinbeständen, die sich landesweit auf 23 Provinzen verteilten. Am vergangenen Freitag gab das Pekinger Landwirtschaftsministerium bekannt, dass in der Stadt Suihua in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang eine Grossfarm mit 73'000 Schweinen, darunter 15'000 Zuchttiere, von einem ASP-Ausbruch betroffen ist. Der gesamte Bestand muss gekeult werden.

Laut Agenturangaben gab es auf dem modernen Betrieb hohe Biosicherheitsmassnahmen; es sei unklar, wie das Virus in den Bestand gelangen konnte. 

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