22.12.2018 14:13
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Polen
Schweinepest flammt wieder auf
Nach einer zeitweiligen Beruhigung flammt die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Polen wieder spürbar auf.

Medienberichten zufolge wurden allein in den ersten zwei Dezemberwochen mehr als 100 neue ASP-Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen, nachdem die Zahl infizierter Tiere im Oktober auf unter zehn pro Woche gesunken war.

Der Anstieg zum Jahresende ist allerdings keine neue Entwicklung, sondern wurde in ähnlicher Form auch in den Vorjahren beobachtet. Die Seuche zieht ungeachtet dessen immer weitere Kreise. Laut dem Fachmagazin „Farmer.pl“ wurde ein an der Krankheit gestorbenes Wildschwein erstmals in der Nähe von Lodz gefunden.

Auch in einem bisher nicht betroffenen Teil von Ermland-Masuren im Nordosten des Landes soll der erste Fall überhaupt aufgetreten sein. Hinzu kommen zahlreiche Neuinfektionen in den bereits als Seuchengebiete geltenden Wojewodschaften in Zentral- undOstpolen.

Sorge bereitet den Veterinärbehörden der Umstand, dass immer öfter Wildschweinemit teilweiser Immunität gegen die Afrikanische Schweinepest aufgefunden werden. In den letzten beiden Wochen habe man 22 solcher Fälle nachgewiesen.

Dies bedeute, dass inzwischen jedes fünfte Wildschwein zumindest ansatzweise gegen die Seuche resistent sein könnte und die Krankheit daher wesentlich weiter verbreiten könne als andere Tiere, die bereits nach kurzer Zeit verendeten. Unterdessen hat Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski zum Schutz der heimischen Schweinehalter den Import von Schweinen und Schweinefleisch aus Ländern in der sogenannten Roten Zonevorläufig untersagt.

Ardanowski erklärte, er sei in erster Linie den polnischen Tierhaltern verpflichtet und sehe sich wegen des hohen Risikos der weiteren Einschleppung von ASP-infizierten Tieren oder Fleischprodukten zu dieser Massnahme veranlasst. Sein litauischer Amtskollege, Giedrius Surplys, dessen Land von der Regelunng betroffen ist, zweifelt deren Rechtmässigkeit an und will die Frage von der Europäischen Kommission klären lassen. 

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