19.07.2018 11:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Schweinepest: Wenige Tiere reichen
Welche Strategien für den Umgang mit Wildschweinen wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die richtigen sind, hat die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer wissenschaftlichen Studie untersucht.

Wie die Organisation vergangene Woche mitteilte, sollten nach Auffassung der Experten zur Risikominimierung von Krankheitsausbrüchen bei gesunden
Wildschweinebeständen Massnahmen wie deren intensive Bejagung und das Nichtfüttern durchgeführt werden.

Während einer ASP-Epidemie seien dagegen Aktivitäten, die zu einer verstärkten Bewegung der Tiere führen könnten, zu vermeiden, beispielsweise intensive Treibjagden. Die Sachverständigen konnten jedoch keinen Schwellenwert für die Wildschweindichte festlegen, unterhalb dessen sich das ASP-Virus nicht ausbreiten würde. Die Tierseuche habe auch in Gebieten Fuss gefasst, in denen nur wenige Wildschweine vorkämen, stellte die EFSA fest.

In dem Gutachten wird jedoch betont, dass die Erhebung von Informationen über Wildschweine in der Europäischen Union verbessert werden müsse, da es Datenlücken gebe. Zudem sollten die vorhandenen Informationen stärker harmonisiert werden, um die Vergleichbarkeit zu erhöhen. Die EFSA finanziert deshalb das Projekt ENETWILD mit dem Ziel, Daten über die geografische Verbreitung und Häufigkeit von Wildschweinen in ganz Europa zu sammeln und zu harmonisieren.

Als wichtige Massnahme gegen die Verbreitung derASP empfiehlt die Behörde eine intensive, passive Überwachung. Das Melden toter Wildschweine sei der effektivste Weg zur frühzeitigen Erkennung neuer ASP-Fälle in zuvor nicht befallenen Gebieten. Der Vorsitzende der EFSA-Arbeitsgruppe für die Afrikanische Schweinepest, Christian Gortazar, betonte, dass es zur Bekämpfung dieser Tierseuche unerlässlich sei, das Bewusstsein in derGesellschaft für die Krankheit zu schärfen und den Menschen Anreize für die Meldung von Wildschweinkadavern zu bieten. Zur Vorbereitung auf einen möglichen ASP-Ausbruch und insbesondere im Ernstfall sei ein regelmässiger Dialog zwischen allen beteiligten Akteuren enorm wichtig, hob die EFSA hervor.

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