17.04.2020 14:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Luzern
Stall-Stunk: Zwischenlösung in Sicht
In Meggen LU kam es im vergangenen Sommer zu einem Medienrummel rund um einen Biobetrieb. Die Bauernfamilie muss nach Beschwerden eines Anwohners über den Geruch den Schweinestall stilllegen. Nun werden die Schweine temporär in Iglus untergebracht.

Die Familie Hofer bewirtschaftet seit 300 Jahren einen Hof in der Luzerner Gemeinde. Zum Familienbetrieb gehören 30 Hektaren Land, 20 Mutterschweine und 24 Milchkühe.

Anwohner klagte

Und diese Mutterschweine, die auch ins Freie dürfen, sorgten für Unmut. Ein Nachbar, der 2016 eine Villa in der Nähe des Bauernbetriebes erbaute, störte sich am Geruch der Tiere. Wie der «Blick» im Juni 2019 berichtete, klagte der Nachbar, weil der Mindestabstand vom Stall zur Wohnzone zu klein ist. 

Laut der eidgenössischen Luftreinhalte-Verordnung und der Richtlinie zu Mindestabständen von Tierhaltungsanlagen müsste der Stall 58 Meter von der Wohnzone entfernt sein. Es sind aber nur rund 20 Meter. Der vorgeschriebene Abstand richtet sich nach Grösse und Nutzung des Betriebs. Für Landwirt Hofer gab es in der Folge es drei Varianten: Die Schweine umplatzieren, mit der Mast aufhören oder einen neuen Stall bauen. 

Stall muss bis Ende 2020 stillgelegt werden

Denn die Gemeinde Meggen verfügte, dass der bestehende Stall mit Flächen im Freien, bis am 31. Mai 2020 stillgelegt werden muss. Die Bauernfamilie reichte wenige Wochen später Pläne für einen Neubau vor. Diese wurden von der Gemeinde Meggen an den Kanton weitergeleitet. Bis der neue Stall auf dem Land der Familie Hofer gebaut werden kann, wurde nun auch eine Zwischenlösung gefunden, wie die Nachrichtenagentur SDA und die «Luzerner Zeitung» berichten. Sie nehmen Bezug auf eine Pressemitteilung der Gemeinde Meggen. 

Die Familie Hofer hat ein Baugesuch für eine temporäre Freilandhaltung eingereicht. Dieses liegt nun beim Kanton Luzern. Der Gemeinderat begrüsse den Vorschlag der Zwischennutzung, teilte die Gemeinde mit. 

Mobile Iglus

Geplant ist, dass die Schweine vorübergehend in mobilen Iglus auf Weiden untergebracht werden. Für die Haltung der 22 Schweine ist eine Fläche von 2,64 Hektaren nötig. Innerhalb dieser Fläche werden die Iglus alle vier Monate an einen neuen Standort verschoben. Die geplante Freilandhaltung soll auf den betriebseigenen und gepachteten Landflächen erfolgen.

Bei der beantragten Freilandhaltung der Schweine handle es sich um eine temporäre Zwischennutzung, hält die Gemeinde fest. Bei einer positiven Beurteilung durch die kantonalen Amtsstellen werde diese Nutzung zeitlich befristet bewilligt.

Landwirt sieht sich in Existenz bedroht

Der Landwirt sah sich durch das Verbot der Schweinehaltung in seiner Existenz bedroht und ging an die Öffentlichkeit. Es kam zu einer Solidaritätskundgebung. Über ein Crowdfunding wurde Geld gesammelt für die Umplatzierung des Stalls. Es kamen weit über 100'000 Franken zusammen. Doch der Neubau schlägt ungefähr mit 1,8 Millionen Franken zu Buche. Die Schweine und Kühe sollen künftig am selben Standort untergebracht werden. 

Ein gefordertes Amtsgutachten zur Standortbewertung mit Blick auf die Geruchsausbreitung hat die Gemeinde Meggen im März verfasst und dem Kanton Luzern übergeben. Die raumplanungsrechtliche Beurteilung der Vorabklärung bildet die Grundlage für die weitere Planung des Stallneubaus. Ein in Neubau ist notwendig, damit der Tierbestand und die Schweinezucht der Bauernfamilie Hofer langfristig gesichert werden können, hebt die Gemeinde Meggen hervor. 

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