Montag, 27. Juni 2022
20.09.2011 15:55
Forschung

Studie: Genvariante lässt Rinder stark wachsen

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Von: sda/dpa

Deutsche Forscher haben erstmals eine Genvariante bei Säugetieren identifiziert, die für stärkeres Wachstum vor und nach der Geburt verantwortlich ist. Schon bei der Geburt sind Rinder mit der Genvariante rund 10 Prozent schwerer als Tiere ohne die Mutation.

Während ein normales Kalb bei der Geburt im Schnitt 42 Kilo wiegt, wogen die Tiere mit der Genvariante im Schnitt bis zu 3 Kilo mehr. Im Alter von 18 Monaten brachten sie rund einen halben Zentner mehr auf die Waage. «Vor allem beim Einsetzen der Pubertät zeigten sich enorme Effekte», sagte Christa Kühn vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Rostock.

Die Rinder mit der Variante produzierten in grossen Mengen die Aminosäure Arginin, sagte Kühn. Die Folge davon sei, dass neben dem grösseren Wachstum auch weniger Fett eingelagert werde. Diese Forschungsergebnisse könnten weitreichende Folgen für die Züchtung von Nutztieren haben.

«Verarbeitungsschalter»

Die Forschungen erfolgten an Kreuzungen aus Rindern der Rassen Deutsche Charolais, die für ihre gute Fleischqualität bekannt sind und Deutsche Holstein als typische Milchrinder. «Es muss einen Schalter geben, der die Futterenergie in verschiedene Richtungen lenkt», schilderte Kühn den Ausgangspunkt für die Studie mit insgesamt 450 Tieren.

Um eine vergleichbare Population mit gleichen Umwelteinflüssen zu erhalten, wurden alle Embryonen in Holstein-Mutterkühe transferiert. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse sei es künftig möglich, mit den Futterressourcen effizienter umzugehen, sagte Kühn.

Bodybuilder

So könnte bei Jungbullen, mit deren Sperma teils mehrere Tausend Rinder erzeugt werden, eine spezielle Genanalyse gemacht werden. So werde vermieden, dass Tiere gezüchtet werden, die aus ihrem Futter hauptsächlich Fett produzieren, das dann meist nur entsorgt wird.

Der Effekt von Arginin in der Ernährung sei aber nicht neu, sagte Kühn. «Auch Bodybuilder mixen es in ihre Trinks, damit sie ein höheres Muskelwachstum haben und weniger Fett einlagern.» Studien weisen darauf hin, dass das Gen auch für eine unterschiedlich stark ausgeprägte Wachstumsförderung beim Menschen verantwortlich ist.

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