24.08.2017 18:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Schweine
Suisseporcs begrüsst Massnahmen
Die von der Waadt getroffenen Massnahmen nach den Skandal-Videos aus Schweinemast-Betrieben eines grossen Produzenten kommen auf nationaler Ebene gut an. Laut dem Branchenverband Suisseporcs produzieren 50 Prozent der Schweizer Betriebe bereits auf dem Stand, welcher die Waadt nun fordert.

Die von der Waadt verlangten 1,6 Quadratmeter pro Tier sind in der Schweiz keine Seltenheit, sagte Meinrad Pfister, Zentralpräsident des Schweizerischen Schweinezucht- und Schweineproduzentenverband (Suisseporcs), am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Die 1,6 Quadratmeter entsprechen der Labelhaltung in der Schweiz», sagt Pister und denkt dabei an Label wie Naturafarm von Coop oder Terra Suisse der Migros, die sich unter der Norm Bio bewegen. «Die Hälfte der Schweinehaltung in der Schweiz geht heute schon freiwillig auf diese Normen.»

In der Zentralschweiz, aus der 27 Prozent der Schweineproduktion aus der Schweiz stammt, weise jedoch einen viel höheren Teil aus als die Westschweiz, sagt Pfister, der selber einen Betrieb im Altishofen (LU) mit Mutterschweinen und Mastplätzen führt. Auch die Ostschweiz spiele eine wichtige Rolle. Dass die Waadt nun finanzielle Anreize schafft, um die Haltungsbedingungen zu verbessern, begrüsst der Präsident von Suisseporcs. Damit werde auch ein gewisser Nachholbedarf beseitigt.

Allerdings stellen sich für Schweinezüchter und -Produzenten, welche die Haltungsbedingungen verbessern wollten, grosse Probleme. Auslaufgehege würden oft von Nachbarn oder Umweltverbänden (wegen Amoniak-Emissionen) durch Einsprachen verhindert. «Ein klassischer Zielkonflikt», sagt Pfister. «Ein Stück weit stehen auch die Konsumenten in der Pflicht», sagte Pfister. Die Branche würde gerne zu hundert Prozent auf Labelhaltung produzieren, wenn die Nachfrage vorhanden wäre. Auch die von der Waadt angekündigte Intensivierung der Kontrollen begrüsste Pfister.

Den Präsidenten von Suisseporcs stört, dass mit solchen Fällen wie in der Waadt in der Bevölkerung rasch der Eindruck entsteht, dass die Schweineproduktion generell ein Tierschutzproblem hat. Die 50 Prozent freiwillige Labelhaltung würden eine andere Sprache sprechen.

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