7.07.2019 09:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Schweinepest
Trotz Verbot Abfälle verfüttert
Die chinesische Regierung hat am vergangenen Woche ungewohnt offen Unzulänglichkeiten bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eingeräumt.

In einer Stellungnahme des Staatsrates wurde betont, dass seit dem ersten Ausbruch im August 2018 zahlreiche Massnahmen gegen eine weitere Verbreitung ergriffen und auch Fortschritte erzielt worden seien.

Doch gebe es immer noch Schwächen bei der Seuchenbekämpfung. So würden trotz Verbot noch zu viele Küchenabfälle verfüttert, die Kontrollen der Schweinehaltung und des Tiertransports seien nicht streng genug, und es gebe nicht ausreichend Kapazitäten für die Untersuchung auf das ASP-Virus beim Schlachten und in der Fleischverarbeitung.

Das institutionelle Systeman der Basis zur Vorbeugung und dem Eindämmen von Tierseuchen sei nicht perfekt. In allen Bereichen und Marktstufen werde es jedoch Verbesserungen und verstärkte Kontrollen der Biosicherheit geben, kündigte der Staatsrat an. Er empfahl zudem,Grossbetriebe zu fördern und die Zahl von kleinen Betrieben sowie die Freilandhaltung zu verringern.

143 ASP-Ausbrüche

Chinas stellvertretender Landwirtschaftsminister YuKangzhen berichtete vergangene Woche gegenüber Journalisten, dass es von August 2018 bis 30. Juni 2019 insgesamt 143 ASP-Ausbrüche gegeben habe - davon 44 in diesem Jahr - und 1,16Millionen Schweine gekeult worden seien. In 131 Fällen und 25 Provinzen hätten die Seuchenrestriktionen wieder aufgehoben werden können.

Experten gehen allerdings davon aus, dass die offiziellen Zahlen in China unvollständig sind, insbesondere wenn man sie mit Vietnam vergleicht, wo allein seit Februar 2019 nach Regierungsangaben bereits 2,9 Millionen Schweine oder 10 % des Gesamtbestandes gekeult wurden.

Vorsichtsmassnahmen im eigenen Land

Unterdessen hat in Deutschland Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zum Beginn der Sommerreisezeit noch einmal daran erinnert, wegen der Einschleppungsgefahr keine Fleisch- und Wurstwaren aus ASP-Infektionsgebieten wie Osteuropa mitzubringen und keinesfalls Speisereste unachtsam zu entsorgen.

Das Ministerium habe für Transporteure und Saisonarbeitskräfte entsprechende Infoblätter in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt. Auch Jäger müssten sich streng an die Hygienevorschriften halten und sollten auf das Mitbringen von Trophäen verzichten.

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