12.01.2015 17:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Tierschutz
Veganer machen mobil
Mit dem Segen der Stadtbehörden zeigte der Verein «Tier im Fokus» am Donnerstagabend in Bern ein Video gegen die Schweinehaltung.

Zuerst funktioniert der Beamer nicht. Dann kippt die Leinwand um. Doch um 18.20 Uhr grunzen auf dem Bärenplatz in Bern Schweine aus dem Lautsprecher. Während des Abendverkaufs, mitten im Passantenstrom, bleiben sofort zwei Dutzend  Personen stehen und schauen sich das fünfminütige Video an, welches die Tierrechtsorganisation «Tier im Fokus» (Tif) in Endlosschlaufe zeigt. Eltern sagen zu ihren kleinen Kindern: «Schau weg, das ist nichts für dich.»

Wer stehen bleibt, erhält einen Flyer in die Hand gedrückt. Dessen Vorderseite zeigt auf einem Schweinerücken den Schriftzug «Tatort Schweiz». Auf der Rückseite steht: «Schweine sind arm dran. Auch in der Schweiz.» Tif behauptet, die Bilder von verschmutzten und kranken Schweinen stammten aus zehn Betrieben in vier Kantonen (BE, FR, VD, LU). Sie seien ihr «zur Verfügung gestellt worden». Das Ende des Videos zeigt das Töten und das Ausbluten eines Schweins in Nahaufnahme. Dann folgt der Aufruf: «Werde vegan.» Daraus wird klar: Tif geht es nicht um verschärfte Tierschutzbestimmungen.

Nein, der komplette Verzicht des Menschen auf tierische Produkte ist das Ziel der Organisation, die sich derzeit mit dem Verein gegen Tierfabriken (VgT) einen Wettstreit um die Aufmerksamkeit liefert. Im August legte Tif mit der Story auf der Titelseite des «Blick» vor («So arm sind unsere Schweine dran!»). Über die Weihnachtstage platzierte der VgT im Schweizer Fernsehen zu bester Sendezeit Anti-Fleisch-Werbung. Tif zog mit der erstmaligen Video-Aktion in der Stadt Bern nun nach.

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