5.11.2016 17:11
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Weniger Schweine in der EU
Die Schweineproduktion in der Europäischen Union soll mindestens bis Mitte 2017 unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau liegen, doch Traumpreise können die Erzeuger wohl nicht erwarten.

So lässt sich das Ergebnis des Prognoseausschusses Schweinefleisch der EU-Kommission vom Oktober 2016 zusammenfassen, über den die britische Absatzförderungsorganisation für Landwirtschaft und Gartenbau (AHDB) kürzlich berichtete. Nach Einschätzung der Experten aus den Mitgliedstaaten soll die Bruttoeigenerzeugung an Schweinen in der Europäischen Union im vierten Quartal 2016 um etwa 1 % unter dem Niveau des letzten Quartals 2015 liegen. Für die erste Jahreshälfte 2017 wird im Mittel ebenfalls eine Abnahme um 1 % erwartet.

Angesichts des recht deutlichen Rückgangs des EU-Sauenbestandes um 4 % in diesem Sommer gegenüber dem Vorjahr fällt der prognostizierte Erzeugungsrückgang laut AHDB vergleichsweise gering aus. Allerdings müssten auch Produktivitätsfortschritte berücksichtigt werden, die es in der Ferkelproduktion und auch in der Mast in den vergangenen Jahren tatsächlich gegeben habe. Lediglich Spanien und die Niederlande erwarten für den Zeitraum von Juli 2016 bis Juni 2017 eine im Vorjahresvergleich höhere Bruttoeigenerzeugung, so die britischen Absatzförderer. Deutschland, Frankreich und Dänemark rechneten dagegen jeweils mit einem Minus im Bereich von 2 %. In Polen dürfte die Eigenerzeugung um 9 % recht stark abnehmen, doch ließen die höheren Einfuhren an Ferkeln aus Dänemark die Schlachtungen wohl weniger deutlich sinken.

Für die Entwicklung der Schlachtschweinepreise erwartet der Prognoseausschuss eine saisonal übliche Schwäche bis in das Frühjahr 2017 hinein. Allerdings dürfte das Preisniveau mit geschätzten 1,54 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) im Mittel des vierten Quartals 2016 und mit rund 1,46 Euro/kg in den ersten drei Monaten 2017 deutlich über dem niedrigen Vorjahresniveau liegen, als sich für die Schweine nicht einmal 1,30 Euro/kg SG erlösen ließen. Die saisonale Preiserholung wird nach Einschätzung der Experten im zweiten und dritten Quartal 2017 aber nicht so stark ausfallen wie in diesem Jahr, weil die boomenden Chinaexporte weniger zum Tragen kommen dürften. Die Volksrepublik deckte sich zuletzt vermehrt mit preisgünstigerem Schweinefleisch aus den USA und Brasilien ein, was den europäischen Anbietern die Geschäfte erschwerte.

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