22.12.2012 15:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert
Schweinemarkt
«Züchter dürfen jetzt nicht Vollgas geben»
Die Schweineproduzenten hoffen, dass sich der Markt 2013 weiter erholt und es beim Eigentumsübertrag eine gute Lösung gibt.

«Schweizer Bauer»: Überproduktion und tiefe Preise prägten das Jahr 2012. Gab es auch Highlights?
Felix Grob: Ein Highlight ist, dass die Produktion endlich etwas tiefer ist und wir gegen Ende Jahr wieder einmal bessere Preise haben. Das Projekt «perforierte Liegeflächen in der Mastschweinehaltung» ist abgeschlossen, und wir können uns frühzeitig Gedanken zur praktischen Umsetzung machen. Für die bessere Markttransparenz haben wir ein neues Instrument eingeführt, damit wir künftig die Preisgestaltung für Mastjager noch näher am Markt machen können. Und zuletzt ist es ein Riesenglück, dass wir wahrscheinlich PRRS nicht in der Schweiz haben!

Was bringt das 2013?
Hoffentlich bessere Preise als in den letzten Jahren. Die Anzeichen der letzten Wochen sind gut, sie dürfen jetzt aber nicht die Züchter verleiten, wieder Vollgas zu geben… Wir haben aber noch einige Baustellen, die unbedingt angegangen werden müssen: inländische Futtergetreideversorgung, Proteinversorgung und Reduktion Antibiotika.

Sind die Überkapazitäten abgebaut?
Es haben einige Züchter aufgehört. Ob dies ausreicht, damit wir in einem ausgeglichenen Markt produzieren können, ist für mich noch nicht klar. Wir müssen alles daran setzen, dass wir den Konsum von qualitativ hoch stehendem Schweizer Schweinefleisch halten, noch besser leicht steigern können.

Dieses Jahr sorgte der Eigentumsübertrag der Micarna gegen hinten für grosse Kritik. Wie geht es in diesem Punkt weiter?
Der Handel und die Direktlieferanten sind die Verhandlungspartner der Micarna, und sie haben die neuen Einkaufsbedingungen (EKB), unter anderem mit der Eigentumsübertragung an der Waage, im Juni akzeptiert. Die Suisseporcs hatte bereits im Rahmenvertrag 2004 die Eigentumsübertragung vom Produzenten an den Handel in Zusammenarbeit mit der Schweinehandelsvereinigung an der Rampe des Produzenten festgelegt. Damit ist eigentlich seit acht Jahren klar geregelt, zu welchem Zeitpunkt Nutzen und Gefahren auf den Händler übergehen. In der aktuellen Fassung des Vertrages wird die Empfehlung der Proviande vom Februar 2012 umgesetzt. Die Produzenten bezahlen für das Wiegen 50–70 Rappen pro Schlachtschwein, die übrigen Kosten werden privatrechtlich gelöst.

Warum akzeptieren die Händler den Rahmenvertrag der Suisseporcs nicht?
Das müssen Sie die einzelnen Händler fragen, warum sie die EKB der Micarna sehr schnell unterschrieben haben und sich beim Vertrag mit den Produzenten so schwer tun. Immerhin gibt es seit letztem Montag mindestens einen Händler, die ASF Sursee, der den Rahmenvertrag für Schlachtschweine flächendeckend unterzeichnet. Die ASF ist damit bereit, dass dem Produzenten einzig die Waaggebühr von 50 bis 70 Rp. belastet wird. Wir hoffen, dass in absehbarer Zeit weitere Händler den Vertrag unterzeichnen. Wir fordern die Produzenten auf, von ihrem Händler ebenfalls einen Rahmenvertrag unterschreiben zu lassen.

Besteht nicht die Gefahr, dass die Händler dadurch die eigene Marge erhöhen?
Wer eine Leistung erbringt, hat auch Anrecht auf eine korrekte Marge. Für die Produzenten ist der Ab-Hof-Preis entscheidend. Wie hoch die Marge für den Handel ist, ist seiner Verhandlungskunst überlassen.

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