Freitag, 25. Juni 2021
13.01.2021 06:00
Deutschland

Schweinepest: 480 viruspositive Kadaver

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Von: aiz

Seit dem ersten Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Wildschweinebestand der deutschen Bundesländer Brandenburg und Sachsen sind neben den Mitarbeitern der zuständigen Behörden auch viele weitere Helfer und die Bundeswehr unermüdlich im Einsatz. 

Die Helfer unterstützen bei der Suche nach erkrankten oder toten Tieren in den betroffenen Restriktionsgebieten. «Es gilt, dadurch die ASP zu bekämpfen, den Tieren die Leiden der Erkrankung zu ersparen und zu verhindern, dass die Hausschweine in den landwirtschaftlichen Betrieben durch Wildschweine angesteckt werden», betont Bundesministerin Julia Klöckner.

Keine Gefahr für Hausschweine

Die Lage bei den Wildschweinebeständen in den betroffenen Gebieten von Brandenburg und Sachsen bleibt dynamisch. Insgesamt wurden bis zum vergangenen Wochenende 480 viruspositive Kadaver (in Brandenburg 463, in Sachsen 17) festgestellt. Zudem wird derzeit ein ASP-Verdachtsfall bei einem Wildschwein aus Potsdam – und damit ausserhalb der bisherigen Restriktionszonen – untersucht. «Die Hausschweinebestände in Deutschland sind bisher ASP-frei. Hier sind auch die Landwirte gefordert, sicherzustellen, dass ihre Tiere nicht in Kontakt mit Wildschweinen und Hausschweinen anderer Betriebe kommen und dass sie Futter sowie Einstreu sicher vor Wildschweinen geschützt lagern», betont Klöckner.

Neben der Suche nach Fallwild werden derzeit in eingezäunten Arealen Fallen und Abschüsse eingesetzt, um durch ein wildschweinfreies Gebiet den Kontakt mit noch gesunden Tieren zu unterbrechen und so die Verbreitung zu stoppen. Das Errichten von Wildschutzzäunen sowohl um Kerngebiete herum als auch entlang der deutsch-polnischen Grenze wird hierfür als wichtige Massnahme gesehen. Beispielsweise wurden entlang der Grenze in Mecklenburg-Vorpommern Zäune auf einer Länge von 63 km, in Brandenburg von 127 km und in Sachsen von 56 km aufgestellt. Vorläufige mobile Elektrozäune werden sukzessive durch feste Zäune ersetzt.

Zerstörung von Zäunen

Immer wieder berichten die deutschen Behörden aber darüber, dass Zaunanlagen mutwillig zerstört werden. Zudem würden Gittertore oder Gatter, die etwa auf Feldwegen stehen, nach dem Durchfahren nicht wieder geschlossen. Klöckner äußert sich dazu verärgert: «Vandalismus an den Zäunen gefährdet in hohem Masse den Erfolg der Seuchenbekämpfung. Das ist erschreckend und kann weitreichende Konsequenzen haben. Weder ist das Zerstören dieser Schutzmaßnahmen eine Mutprobe noch ein Kavaliersdelikt. Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssen sich alle zwingend an die geltenden Vorschriften halten.» 

 Nach dem ersten Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Deutschland am 10. September 2020 haben zahlreiche Drittländer, darunter auch die Volksrepublik China, Deutschland für den Export von Schweinefleisch gesperrt. Die Bundesregierung in Berlin verhandelt seit Jahren intensiv über eine Regionalisierung mit allen relevanten Handelspartnern, insbesondere mit China.

Das Prinzip der Regionalisierung ist international anerkannt, um bei einem Ausbruch einer Tierseuche wie ASP den Handel mit sicheren Produkten aus seuchenfreien Gebieten fortsetzen zu können. Bisher sei es weder der EU noch einem anderen Mitgliedstaat gelungen, bei der Volksrepublik China eine Akzeptanz der Regionalisierung im Hinblick auf ASP zu erreichen, so Klöckner.

 

 

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