Sonntag, 22. Mai 2022
19.01.2022 12:15
Forschung

Spezieller Esel ausgegraben

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Im heutigen Aleppo in Syrien haben Forscher Knochen einer aussergewöhnlichen Eselart ausgegraben. Genetische Untersuchungen zeigen, dass die 4500 Jahre alten Fossilien das bisher älteste bekannte Beispiel einer gezielten Tierzüchtung durch Menschen sind.

Die Archäologen vermuten, dass es sich dabei um die sagenumwobenen «Kungas» handelt, eine seltene Eselart, wie sie in der Fachzeitschrift «Science Advances» berichten. In Keilschrifttafeln aus der Zeit der Knochenfunde wird berichtet, diese Tiere seien von mesopotamischen Eliten sehr geschätzt worden, weil sie stark, stämmig und schnell waren.

Dass es sich dabei um Hybriden von domestizierten und Wildtieren handelte, nahm die Forschung bereits an. Nur um welche Arten es sich dabei handelte, war unbekannt. Genetiker haben nun zeigen können, dass es sich um Kreuzungen zwischen weiblichen Hauseseln und – heute ausgestorbenen – männlichen syrischen Wildeseln handelt.

Mesopotamier waren kluge Züchter

Es zeuge von einem hochentwickelten Zucht-Management, dass weibliche Hausesel ausgewählt wurden, berichten die Forscher. Denn diese domestizierten Mütter gewährleisteten eine problemlose Aufzucht der Kungas, während die Wildesel-Väter vermutlich notorisch störrisch waren.

Obwohl die menschlichen Züchter der ersten domestizierten Tiere diese immer wieder mit ihren wilden Verwandten gekreuzt haben müssen, ist dies das erste dokumentierte Beispiel eines halb wilden, halb domestizierten Tieres. Das Maultier – eine Kreuzung aus Pferd und Esel – ist möglicherweise das nächstälteste Tier dieser Art, aber es erschien erst über 1000 Jahre später auf die Bildfläche.

So wertvoll, dass sie ein Begräbnis erhielten

Die Fossilien wurden 2006 in der 4500 Jahre alten königlichen Begräbnisstätte Umm el-Marra in Aleppo entdeckt. Aufgrund der Anordnung und Positionierung der Gräber vermuteten die Archäologen, dass es sich bei den Kreaturen um die mythischen Kungas handeln könnte.

Sie wurden als Individuen bestattet, was in der Archäologie eine Seltenheit ist, da tierische Überreste normalerweise einfach weggeworfen werden. Viele der Tiere scheinen auch geopfert worden zu sein, vermutlich um sich ihren Menschen im Jenseits anzuschliessen. «Diese Tiere müssen etwas ganz Besonderes gewesen sein», sagt Eva-Maria Geigl, Genetikerin am Institut Jacques Monod in Paris.

Mehr zum Thema
Tiere

Gartenrotschwanz - Mathias Schäf Über 4000 Freiwillige haben in den letzten fünf Tagen in der Schweiz während einer Stunde Vögel im Garten oder in der Siedlung gezählt. Bei Birdlife Schweiz…

Tiere

«Lichtverschmutzung ist wahrscheinlich eine Hauptursache des globalen Artensterbens», sagt Chronobiologin Stefanie Monecke. - PDPhotos Angestrahlte Kirchen und Denkmäler, Flutlicht im Stadien und grelle Strassenbeleuchtung – die Menschen machen vielerorts die…

Tiere

Die heute weltweit in der Imkerei gehaltenen Rassen der Westlichen Honigbiene leben in einem Staat, der als Maximum etwa zur Sommersonnenwende 40'000 bis 60'000 Bienen beherbergt. - Pixabay «In der…

Tiere

Wölfe sind bei der Wahl ihrer Beute sehr anpassungsfähig, doch sie jagen hauptsächlich Huftiere. Der Wolf ist ein Hetzjäger und Opportunist: Er reisst Beute, wann immer sich eine günstige Gelegenheit…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE