20.06.2017 14:42
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
EU
1 Million gegen Quältransporte
Über eine Million Bürger aus der Europäischen Union (EU) fordern das Ende von Langzeit-Tiertransporten innerhalb der EU und in Drittstaaten. Mit der Kampagne #StopTheTrucks will sich die Eurogroup for Animals an die Verantwortlichen der EU wenden. Mehr als eine Million Unterschriften haben sie gesammelt.

Für 94 Prozent der EU-Bürger ist der Tierschutz für Nutztiere auf dem Transport wichtig, heisst es in einer Medienmitteilung von Eurogroup for Animals. Rund eine Milliarde Geflügeltiere und 37 Millionen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde und Esel werden jedes Jahr lebend innerhalb der EU und in Drittländer transportiert.

Die EU ist trotz wissenschaftlichen Studien, welche Tierqualen auf Langzeittransporten belegen, nicht bereit, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu überarbeiten. Mit der Kampagne #StopTheTrucks will sich die Eurogroup for Animals nun an die Verantwortlichen der EU wenden. Hinter der Kampagne stehen 54 europäische Tierschutzorganisationen. Sie fordern eine Reduktion der Langzeittransporte lebender Tiere, mit dem Ziel, dass diese beendet werden. 

Verletzte- und sogar tote Tiere

Die Transportverordnung weise Lücken auf und habe Interpretationsspielraum in der Durchführung von Tiertransporten. Viele Tiere seien ungeschützt und würden verletzt und schwach transportiert. Die Zahl der Tiere, welche auf den Transporten sterben, sei zu hoch, schreibt Eurogroup for Animals.

Reineke Hameleers, Direktorin der Organisation Eurogroup for Animals sagt: «Die Europäische Union kann eine Million Unterschriften nicht ignorieren. Es ist an der Zeit, Langzeittransporte von lebenden Tieren zu stoppen.»

Kaum gerechte Tiertransporte

Bis zu 70% der Landtransporte erfüllen die Anforderungen der Tiertransportverordnung nicht. Nahezu 100% der EU-Tiertransporte per Schiff verstossen gegen das Recht. Weder die Überprüfung der Tiertransporte durch die Behörden, noch die Durchsetzung geltender Vorschriften seien gesichert, heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Ende Jahr werden die #StopTheTrucks Unterschriften der EU-Kommission übergeben, mit dem Auftrag, zu handeln und Langstreckentransporte von Lebendtieren zu beenden.

Dass ein Kalb, welches in Polen geboren wird, in einem Mastbetrieb in Spanien aufwächst und zehn Monate später in einem Schlachthof in Italien landet, ist in der Europäischen Union nichts Ungewöhnliches. Oft kommen die Tiere dehydriert, stark geschwächt, oder an Durchfall erkrankt an ihrem Zielort an, berichtete die "NZZ" Mitte Mai. 


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