7.02.2019 10:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Tierseuchen
180 BVD-Fälle im Jahr 2018
Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz in 180 Fällen der Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD) festgestellt, 30 Prozent weniger als 2017. Das Ziel, die Seuche auszurotten, ist damit nicht erreicht. 2019 wird deshalb jeder Rindviehbetrieb einmal auf BVD überprüft.

2008 wurden in der Schweiz nicht weniger als 4'469 BVD-Fälle registriert. In der Folge wurden die Massnahmen verstärkt. 2009 wurden noch 1471 Fälle entdeckt. Die Abnahme setzte sich fort. 2014 wurde noch bei 44 Tieren BVD entdeckt, die Schweiz war mit der Ausrottung der Seuche beinahe am Ziel.

Doch seither haben die Fälle wieder zugenommen. 2015 wurden 92 und 2016 118 BVD-Fälle registriert. 2017 gab es einen sprunghaften Anstieg. Es wurden 258 Fälle entdeckt. Deshalb wurden in der Folge die Bekämpfungsmassnahmen verstärkt, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Donnerstag mitteilt.

So wurden unter anderem die Abklärungen im Seuchenfall ausgedehnt und die Überwachung intensiviert. Von milchliefernden Betrieben wird seither wieder halbjährlich eine Tankmilchprobe auf BVD untersucht. Seit 2018 wurde ausserdem die Anzahl der überwachten nicht-milchliefernden Betriebe erhöht. Auf den Schlachthöfen wurde vermehrt gezielt Blutproben von Tieren entnommen, schreibt das BLV.

Die Massnahmen haben Wirkung gezeigt. 2018 wurden insgesamt noch 180 Fälle registriert, 78 weniger als im Jahr zuvor. Aktuell sind schweizweit 55 Betriebe aufgrund eines BVD-Verdachts oder BVD-Falles gesperrt. 239 Betriebe haben einzelne trächtige Tiere im Bestand, die aufgrund von BVD vorsorglich gesperrt sind. Gemäss BLV sind damit 99.2 Prozent aller Betriebe in der Schweiz BVD-frei.

Das Ziel, die Seuche auszurotten, ist aber noch nicht erreicht. Die Behörden wollen die Überwachung deshalb intensivieren. 2019 werden alle Schweizer Rinderhaltungen mindestens einmal auf BVD überwacht. «Dafür werden noch mehr Probenahmen am Schlachthof und zum Teil auch auf dem Hof nötig sein», schreibt das BLV.

Die Behörden wenden sich an die Tierhalter. Bereits ein geringes Nachlassen bei den Massnahmen könne das Ziel der Ausrottung gefährden. Das Virus breite sich in einer Herde rasant aus.

Das BLV ruft deshalb Verhaltensregeln in Erinnerung:

  • Keine gesperrten Tiere in den eigenen Bestand aufnehmen
  • Hygieneregeln einhalten
  • Trächtige Tiere schützen
  • Vorsicht beim Abkalben
  • Schwache und kränkelnde Kälber (Kümmerer), vermehrte Fruchtbarkeitsstörungen (Umrindern) und Aborte melden
  • Nur auf BVD-freien Alpen sömmern
BVD

BVD ist eine viral (= durch ein Virus verursachte) bedingte Durchfallerkrankung. Während der Grossteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen, die mit infizierten Rindern in Kontakt kommen, können erkranken. Unter besonderen Bedingungen erkranken die Tiere an der tödlichen Schleimhautform der BVD, der sogenannten Mukosa Dese Ase (MD). Diese tritt ausschliesslich bei persistent infizierten Tieren auf, bei Tieren also, die das BVD Virus lebenslang in sich tragen und ausscheiden. blu
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