30.07.2019 16:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Tiergesundheit
314 Betriebe mit BVD-Kälbern
2018 wurden bei BVD im Rahmen des Überwachungsprogramms 935 PI-Kälber entdeckt. 185 galten als Seuchenfall.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat den  Bericht zur Überwachung von Tierseuchen veröffentlicht. Die Laboratorien meldeten 2018 über 400'000 Tierseuchenabklärungen. Dies sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. 60 Prozent der Untersuchungen wurden im Rahmen des nationalen Überwachungsprogramms durchgeführt.

BVD auf 314 Betrieben


Bei BVD wurden letztes Jahr im Rahmen des Überwachungsprogramms 935 persistent infizierte Tiere (PI-Tiere) auf 314 Betrieben entdeckt. Die Anzahl PI-Tiere ist kleiner als im Vorjahr (1163 PI-Tiere), aber grösser als 2016 (608 PI-Tiere). 0,64 Prozent der Rindviehhaltungen waren betroffen. Die Kantone müssen nur Betriebe als Seuchenfälle melden, in denen PI-Tiere neu (unerwartet) auftreten. 2018 gab es insgesamt 185 solcher BVD-Seuchenmeldungen. In 129 Betrieben sind im Rahmen der Bekämpfung «erwartete» PI-Tiere gefunden worden, die nicht als Seuchenfall gemeldet wurden.

Frei von 25 Seuchen

Die Schweiz ist frei von 25 bedeutenden Tierseuchen wie CAE oder PRRS. Für BSE und die Bovine Virus-Diarrhoe (BVD) konnten laut dem BLV die Ziele des Überwachungsprogramms erreicht werden.

Die Gesamtzahl 2018 gemeldeter Fälle (1339 Meldungen) von Tierseuchen ist im Vergleich zum Vorjahr (1408 Meldungen) gesunken. Insbesondere sind 2018 keine Fälle von Aviärer Influenza und weniger Fälle von BVD aufgetreten.

BVD ist keine hochansteckende Tierseuche, daher erfolgen die Entschädigungszahlungen durch die Kantone. Es werden laut dem BLV aber alle PI-Tiere entschädigt, nicht nur die unerwarteten.

BVD

BVD ist eine durch einen Virus verursachte bedingte Durchfallerkrankung. Während der Grossteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul. Auch Fruchtbarkeitsstörungen und Fehlgeburten gehören zu den Symptomen. Betroffen sind Wiederkäuer, vor allem Rinder. Kälber, die sich im Mutterleib mit BVD -Viren anstecken, können persistent infizierte, sogenannte PI-Tiere werden. Sie streuen lebenslang Viren und stellen daher die Hauptansteckungsquelle dar. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

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