Freitag, 23. April 2021
25.06.2015 07:13
Elektrosmog

44 Meldungen zu Elektrosmog

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

2013 wurden die Tierhalter aufgerufen, einen Verdacht auf gesundheitliche Störungen bei ihren Tieren durch Elektrosmog zu melden. Nur wenige haben das getan. Sie meldeten diverse Krankheiten, am meisten bei Rindern.

Ende 2013 hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Meldestelle Nutztiere und nichtionisierende Strahlung (Nunis) geschaffen. Hier konnten Tierhalter  gesundheitliche Störungen bei Nutztieren melden, die sie auf nichtionisierende Strahlung (Elektrosmog) oder vagabundierende Ströme im Stall zurückführten.   Ausgewertet wurden die ausgefüllten Fragebogen von der Abteilung Ambulanz und Bestandesmedizin der Universität Zürich.

Kleiner Rücklauf

Im Laufe des Jahres 2014 haben laut einer Mitteilung der Universität Zürich 576 Personen Nunis im Internet aufgerufen. Insgesamt 44   der ausgefüllten Fragebögen konnten ausgewertet werden, 18 waren  vollständig ausgefüllt. Bei insgesamt rund 55200 Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz im Jahr 2013 hat sich weniger als 1 Promille der Betriebe gemeldet.  41 Meldungen stammen von Tierhaltern aus der Deutschschweiz, 2 aus der welschen Schweiz  und 1 aus der Italienisch sprechenden Schweiz.

In 33 Fällen wurden Elektrosmog, in 7 Fällen vagabundierende Ströme (Kriechströme) und in 4 Fällen Elektrosmog wie auch vagabundierende Ströme als vermutete Ursache angegeben. In vielen Fällen waren verschiedene Tierarten betroffen. Am meisten betroffen waren Rinder (50% der Fälle), gefolgt von Pferden (23%), Ziegen (22%), Neuweltkameliden (22%) und Schweinen sowie Schafen (je 2%). In 18 Prozent der Fälle wurden auch Menschen als betroffen gemeldet.

Vielfältige Störungen

Die gemeldeten Störungen waren vielfältig. In den 16 Fragebögen mit Angaben dazu wurden folgende Krankheiten angegeben: Lahmheiten, Euterkrankheiten, Stoffwechselprobleme, Verdauungsprobleme, Fruchtbarkeitsprobleme, Atemwegsprobleme, Hautprobleme, erhöhte Zellzahl in der Milch. Weiter wurden als Symptome Milchrückgang, Immundepression, Verstopfungen bei Schweinen, Milchaufziehen sowie Milchlaufenlassen genannt.

Bafu stoppt Projekt

Ziel des Projekts war es, das Ausmass von Störungen, die von Tierhaltern in Zusammenhang mit Elektrosmog oder vagabundierenden Strömen gebracht werden, zu erfassen. Die Befragung lässt den Schluss zu, dass derartige Probleme selten vorkommen. Das Bafu wird die Meldestelle deshalb nicht weiterführen.  Die Abteilung Ambulanz und Bestandesmedizin der Universität Zürich wird die Meldestelle für Forschungszwecke weiter betreiben.

Mehr zum Thema
Tiergesundheit

Lebendtiertransporte per Schiff werden in Neuseeland verboten. - Tom Jervis Nach einer Übergangszeit von zwei Jahren wird Neuseeland den Lebendexport von Nutztieren per Schiff ab 2023 komplett verbieten.   «Im Mittelpunkt…

Tiergesundheit

Die Fütterung von 100 g Zitronengras pro Tag reduziert die Methanemissionen in der Atemluft im Mittel um 14,6%. Teilweise wurden die CH4-Emissionen sogar um 23,4% verringert. - zvg Auf Initiative…

Tiergesundheit

Die meisten Tierschutzverstösse passierten in der Heimtierhaltung. - zVg Der Kanton Aargau hat letztes Jahr in ein verstärktes Monitoring beim Tierschutz investiert: Der kantonale Veterinärdienst hat mehr kontrolliert und dabei…

Tiergesundheit

Tierarzt Tobias Fritsche und Mona Vetsch kümmern sich um ein ausgetrocknetes Kalb. Seine Überlebenschancen werden bald auf 95% steigen. - zvg In der neuesten Ausgabe der TV-Sendung «Mona mittendrin» auf…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE