16.07.2017 13:21
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Tschechien
Afrikanische Schweinepest breitet sich aus
In Tschechien ist die Zahl der an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendeten Wildschweine auf 15 gestiegen. Nach Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) erfolgten alle Funde von infizierten Tieren im Osten des Landes nahe der Stadt Zlín, unweit der Grenze zur Slowakei.

Ende Juni wurde in dieser Region erstmals in Tschechien das hochansteckende Virus nachgewiesen, rund 400 km entfernt vom nächstliegenden Ausbruchsort in der Ukraine. Die Zunahme der ASP-Fälle deutet laut Experten darauf hin, dass der erste Nachweis kein isolierter Einzelfall war, sondern sich die Tierseuche in der Wildschweinpopulation ausgebreitet hat. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat vergangene Woche seine Warnstufe für den Eintrag der ASP durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen von gering auf mässig hochgestuft.

Aufgrund der zunehmenden Ausbrüche bei Hausschweinen in Polen wird das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland insgesamt als hoch eingeschätzt. Alarmiert zeigten sich das Landvolk Niedersachsen und Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz, die zu großer Wachsamkeit aufriefen. Sie warnten beide ausdrücklich vor der Einschleppung der Krankheit durch Reisende aus ASP-Gebieten.

Intensive Jagd soll ausbreitung eindämmen

Es dürften deshalb keine Schweinefleischprodukte aus ASP-Regionen mitgebracht oder gar Speisereste unsachgemäss in der Natur zurückgelassen werden. Zudem sollten strikte Hygienerichtlinien in der Tierhaltung beachtet werden. „Werden empfohlene Biosicherheitsmaßnahmen streng eingehalten, bietet dies den Landwirtinnen und Landwirten einen guten Schutz der von ihnen gehaltenen Schweine“, erklärte Hinz.

Die Wiesbadener Ressortchefin rief zudem die Jäger dazu auf, die Untersuchung von erlegten Wildschweinen intensiv zu unterstützen, aber auch auf verendete Tiere oder Unfallwild zu achten. Darüber hinaus trage eine intensive Schwarzwildbejagung zu einer Verringerung des Infektionspotentials bei. Das Landvolk appellierte an die Schweinehalter, ihre Bestände noch aufmerksamer zu kontrollieren und bei Auffälligkeiten den Tierarzt zu konsultieren. Einen Impfschutz gegen die ASP gebe es nicht, weshalb die konsequente Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen der einzig echte Schutz sei. 

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