15.07.2018 16:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Belgien
Antibiotikaabsatz weiter rückläufig
In Belgien ist die Vermarktung von Antibiotika für Nutztiere 2017 erneut gesunken, so dass zwei von drei Teilzielen des 2014 verabschiedeten Reduzierungsplans erreicht wurden. Wie aus dem aktuellen Bericht des belgischen Kompetenzzentrums für Antibiotikakonsum und -resistenz von Tieren (AMCRA) hervorgeht, wurden im Berichtsjahr insgesamt 222,7 t an antimikrobiellen Medikamenten und Futtermischungen abgesetzt

Das waren insgesamt 8 % weniger als 2016. Im Einzelnen wurden 2017 laut AMCRA rund 203,4 t an antimikrobiellen Substanzen an Tierärzte und Apotheken verkauft, was im Vergleich zu 2016 ein Minus von 1,5 % bedeutete. Gleichzeitig ging die Vermarktung von Wirkstoffen in entsprechenden Futtervormischungen um 47 % auf 19,3 t zurück.

Davon entfielen - wie im Vorjahr - 99,3 % auf Premixe für Schweine. Mit Blick auf die gesamten Verkäufe von antimikrobiellen Substanzen bezogen auf die tierische Biomasse registrierten die Fachleute zwar einen Rückgang um 7,4 % auf 108,4 mg aktive Substanz pro Kilogramm tierischer Biomasse. Aber damit liegt das im Reduzierungsplan vereinbarte Ziel, die betreffende Menge bis 2020 bezogen auf 2011 um 50 % zu verringern, noch weit entfernt.

Weniger Wirkstoffe im Futter


Bislang ergibt sich hier ein Ist-Wert von 26 %. Dabei nahm die Menge der aktiven antimikrobiellen Substanzen in Medikamenten gegenüber 2016 bezogen auf die tierische Biomasse nur um 0,9 % auf 99,0 mg/kg ab. Für die Wirkstoffmenge in entsprechenden Futtervormischungen wurde dagegen ein deutlicher Rückgang um 46 % auf 9,4 mg/kg festgestellt. Bezogen auf das Referenzjahr 2011 ergibt sich hier ein Minus von 66,6 %, so dass das für Ende 2017 angepeilte Verringerungsziel von 50 % bereits deutlich übertroffen wurde.

Die Menge an kritisch eingestuften Antibiotika ging sogar um 65 % auf nur noch insgesamt 0,4 mg/kg zurück, womit das für 2020 angesteuerte Reduzierungsziel gegenüber 2011 schon um 9 Prozentpunkte „übererfüllt“ werden konnte. Als Datenbasis zur Berechnung der Biomasse diente die EU-Statistik für die Erzeugung von Rind-, Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch sowie für die Milchkuhbestände. Hier errechneten die Experten für 2017 eine Verringerung um 0,8 % auf insgesamt 2,052 Mio t Biomasse. 

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