Samstag, 23. Januar 2021
24.09.2013 16:53
Tiergesundheit

Bauern setzen deutlich weniger Antibiotika ein

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Von: blu/sda

Der Verkauf von Antibiotika, die in der Veterinärmedizin eingesetzt werden, ist zurückgegangen. Gleichzeitig hat aber die Zahl der Antibiotikaresistenzen bei Tieren zugenommen, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (Bvet) am Dienstag mitteilte.

Gemäss dem Heilmittelinstitut Swissmedic wurden im Jahr 2012 rund 57’000 Kilogramm Antibiotika für die Veterinärmedizin verkauft. Das sind 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Spitzenjahr 2008 entspricht dies sogar einem Rückgang von 21  Prozent. 

Resistenzen bei Schweinen verdreifacht 

„Die Abnahme der verkauften Antibiotika ist ungleich grösser als die Abnahme der Tierbestände (Rinder -0,4%, Schweine -2%), was darauf hindeutet, dass im Vergleich mit dem Vorjahr in den Tierbeständen allgemein weniger Antibiotika eingesetzt wurde. Der Geflügelbestand ist sogar gewachsen“, schreibt das Bvet in einer Mitteilung.  

Obwohl weniger Antibiotika eingesetzt werden, hat die Zahl der Resistenzen zugenommen. Der multiresistente Keim MRSA etwa breite sich vor allem bei den Schweinen weiter markant aus. Das MRSA-Vorkommen bei Schlachtschwein hat sich im letzten Jahr mehr als verdreifacht – von 5,6 auf 18 Prozent. Die Ausbreitung von multiresistenten Keimen wie MRSA oder ESBL-produzierenden Enterobakterien, die auch beim Menschen in zunehmendem Masse gefunden werden und nur noch mit wenigen Reserveantibiotika behandelbar sind, mahnt das Bvet.

Strategie bis 2015

Antibiotika wird als Medikament gegen mikrobielle Infektionen eingesetzt. Der Einsatz kann jedoch zur Bildung von Resistenzen führen, die eine erfolgreiche Therapie erschweren oder gar verunmöglichen. Die Resistenz kann auf verschiedenen Wegen vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Es liege im Interesse der Human- und Veterinärmedizin, das Problem anzupacken, beont das Bvet.

Der Bund erarbeitet derzeit eine Strategie gegen Antibiotikaresistenzen für die Human- und Veterinärmedizin. Bis 2015 soll die Strategie und darauf aufbauend ein Massnahmenprogramm in den Bereichen Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt stehen.

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