25.04.2018 12:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tierseuchen
Bei Seuchenfall: Impfen statt töten
Der Bundesrat hat im Kampf gegen Tierseuchen neue Massnahmen erlassen. Diese sehen etwa vor, Rinder bei drohendem Ausbruch der «Lumpy skin disease» zu impfen. Dadurch müssten im Seuchenfall nur noch verseuchte Tiere getötet werden - und nicht die ganze Herde.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 25. April 2018 verschiedene Änderungen von Verordnungen im Bereich Tiergesundheit verabschiedet. Mit den Anpassungen werden unter anderem die Bekämpfungsmassnahmen von verschiedenen Tierseuchen ausgeweitet. 

Impfen gegen «Lumpy skin disease»

Bei der «Lumpy skin disease» (Dermatitis nodularis) handelt es sich um eine Viruserkrankung bei Rindern. Derzeit ist die Schweiz frei von dieser Seuche. Die Krankheit breite sich jedoch insbesondere in den Balkanstaaten stark aus und könne auch die Schweiz erreichen, schreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Diese und andere Entwicklungen bereiten dem Bundesrat Sorgen.

Er hat deshalb neue Bekämpfungsmassnahmen beschlossen und die Tierseuchenverordnung (TSV) entsprechend angepasst. Künftig können Rinder gegen die oben genannte Seuche geimpft werden. Die Impfung gelte als bestes Bekämpfungsmittel, schreibt das BLV. Konkret kann das Amt künftig bei Ausbruch oder drohendem Ausbruch der Viruserkrankung die Impfung für empfängliche Tiere zulassen oder vorschreiben.

Tuberkulose bei Hirschen

Ähnlich wie bei der «Lumpy skin disease» ist die Situation bei der Tuberkulose bei Wildtieren: Auch diese Seuche hat die Wildtiere in der Schweiz bisher verschont. Nicht so in den Nachbarländern: In Österreich etwa halten sich in der Nähe der Grenze zur Schweiz seit längerer Zeit Hirsche mit Tuberkulose auf.

Aufgrund der angepassten Tierseuchenverordnung können bereits bei einem Verdacht auf Tuberkulose bei Wildtieren in der Schweiz künftig umgehend Massnahmen getroffen werden, um eine Ansteckung der Rinderbestände zu verhindern. Der Kantonstierarzt muss im Verdachtsfall die Tierhalter über die zu treffenden Massnahmen informieren, um Kontakte zwischen Haustieren und freilebenden Tieren zu vermeiden.

Lumpy Skin Disease

Die Krankheit betrifft Rinder und Büffel. Die Tiere werden allgemein schwach. Wirtschaftliche Verluste entstehen durch Milchleistungsabfall, Fruchtbarkeitsstörungen, Aborte und Hautschäden. Für den Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich. Bei an Lumpy Skin Disease erkrankten Rindern bilden sich in der Haut Knoten von 0,5 bis 5 cm Durchmesser.  Die Haut über den Knoten stirbt nach fünf bis sieben Wochen ab. Die Tiere haben Fieber, Schwellungen, eitrigen Nasenausfluss, Euterentzündung und Abszessbildung. Aborte können ebenfalls vorkommen. Die Krankheit ist nur in sehr seltenen Fällen tödlich. Der Erreger, ein Virus der Gattung Capripoxvirus, wird meist durch stechende Mücken und Fliegen übertragen – aber auch durch direkten Tierkontakt. blv

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